Tag der Arbeit
Kampf für die Lohngleichheit: Rund 2500 Personen demonstrieren am 1. Mai in Basel

Gegen 2500 Personen haben am Dienstag an der Kundgebung der Gewerkschaften in Basel teilgenommen. Zentrales Thema war die Lohngleichheit.

Zoé Boll
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Ein Demonstrationszug mit Nationalrat Beat Jans, zweiter von links, und Nationalrätin Silvia Schenker, dritte von links, bewegt sich durch Basel.
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Ein Demonstrationszug bewegt sich durch Basel vorbei am Basler Ratshaus.
Polizisten bewachen den Umzug.
Nationalrat Beat Jans
Nationalrätin Silvia Schenker
3. Version von Tag der Arbeit: 1. Mai-Umzug in Basel 2018
Zwei Demonstranten halten ein Transparent mit der Aufschrift «We change the system – Before we kill the planet»
Zwei Demonstranten halten Tafeln mit der Aufschrift «Revolution» und «Klima Desaster» in die Höhe.

Ein Demonstrationszug mit Nationalrat Beat Jans, zweiter von links, und Nationalrätin Silvia Schenker, dritte von links, bewegt sich durch Basel.

GEORGIOS KEFALAS

Über 100 Jahre hätten die Frauen in der Schweiz auf ihr Stimmrecht warten müssen, über 60 Jahre auf die Mutterschaftsversicherung. Seit 37 Jahren steht die Lohngleichheit in der Verfassung und «wir warten immer noch, dass sie Wirklichkeit wird», empörte sich die Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Regula Bühlmann am Dienstag an der Kundgebung auf dem Barfüsserplatz. Bühlmann war eine der vier Rednerinnen und Redner, die sich nach der 1. Mai-Demo zum Thema Lohngleichheit äusserte.

Dieses Jahr demonstrierten in Basel rund 2500 Personen – ausgerüstet mit Fahnen, Transparenten und Megafonen – gegen die Lohndiskriminierung in der Schweiz. Der Zug marschierte vom Messeplatz über die Mittlere Brücke zum Barfüsserplatz. Unter den Demonstrierenden befanden sich diverse Gewerkschaften, linke Parteien, Immigrantengruppen, einzelne Vermummte sowie Personen, die sich für die Rechte von Sans-Papiers einsetzen.

Frauen als Leidtragende

Auch SP-Nationalrat Beat Jans hielt an der Kundgebung eine Rede. So würden beispielsweise Frauen im Detailhandel monatlich 600 Franken weniger verdienen. Dazu meinte Jans: «Ich kenne keinen einzigen Vater, der seiner Tochter erklären kann und will, warum sie künftig weniger verdient. Auch wir Väter haben es satt.»

Die Lohnungleichheit, die auf diskriminierenden Rollenbildern beruhe, könne nur verschwinden, wenn die Arbeitswelt gerechter, humaner und weiblicher werde. Konkret brauche es dazu klare Lohnsysteme in den Firmen, die jegliche Diskriminierung verhindern, und die aktive Mitarbeit der Männer, wie der SP-Nationalrat zum Ausdruck brachte: «Die Gleichstellung, liebe Männer, geht nicht ohne uns.»

Die Geschlechterdiskriminierung beschränke sich jedoch nicht ausschliesslich auf die Berufswelt, wie Jans schilderte. Selbst bei Massenkündigungen seien in den meisten Fällen Frauen die Leidtragenden. Gerade wirtschaftlich schlechter gestellte Frauen landeten am Ende auf der Strasse und könnten sich kaum noch eine andere Wohnung leisten.

Sans-Papiers wollen Bewilligung

Die Sans-Papiers waren dieses Jahr mit dem Motto «Kollektive Regularisierung! Punkt! Schluss!» an der Demonstration unterwegs. Sie wollten gemeinsam mit den Demonstrierenden für die Lohngleichheit einstehen, konnten dies aber nicht, weil ihre Existenz in der Schweiz nicht anerkannt wird. Eine Vertreterin der Sans-Papiers machte zum Ende der Kundgebung deutlich: «Im Programm des 1. Mai bin ich als Sans-Papiers-Hausarbeiterin angekündigt. Ohne Namen. Teil einer Masse nicht anerkannter Existenzen.» Nur eine Bewilligung würde diese Tatsache ändern und ihnen die Möglichkeit geben, für ihre Rechte einzustehen.