Seit Wochen kämpfen die Bewohner im Gundeli gegen die Fällung von zwölf Bäumen auf dem Tellplatz. Die Basler Regierung will die alten Spitzahorne durch junge Feldahorne ersetzen. Die meisten Bäume seien ohnehin krank, verteidigt die Regierung das Vorhaben. Deshalb sei mit einem langfristigen Erhalt nicht zu rechnen.

Zudem böten anstehende Bodensanierungsarbeiten Gelegenheit, «die Baumstandorte grundlegend zu verbessern sowie einen Baumartenwechsel vorzunehmen und so für einen langfristig gesunden und widerstandsfähigen Baumbestand auf dem Platz zu sorgen», hatte die Regierung bereits in ihrer Antwort auf eine Interpellation im Grossen Rat argumentiert.

Die Gegner der geplanten Baumfällaktion lassen diese Argumente nicht gelten. Ein Rekurs gegen die Fällung von fünf Bäumen ist rechtskräftig. Zudem haben die Grünen, die Grauen Panthern, der Neutrale Quartierverein Gundeldingen und Anwohner eine Petition gestartet, die fordert, dass alle zwölf Bäume verschont bleiben. 

Trotz des Widerstands wurde jetzt einer der dort gepflanzten Ahorne gefällt. Die Stadtgärtnerei entfernte am Dienstag notfallmässig einen kranken Baum.

Es seien Sicherheitsbedenken gewesen, die schlussendlich die Notfällung unerlässlich gemacht hätten, heisst es in einer Mitteilung der Regierung. Spezialisten der Stadtgärtnerei hätten bei jenem Spitzahorn Stockfäule festgestellt. Die Baumkrankheit wird durch Schadpilze im Innern des Stammes verursacht – fortgeschrittene Stockfäule zersetzt das tragende Holz. Der ganze Baum am Tellplatz drohte schon beim geringsten Windstoss umzuknicken.

Dass die Notfällung auch wirklich nötig war, bestätigte eine externe Expertise mit Lastenmessung und Bohrwiderstandsmessung, die die Stadtgärtnerei ergänzend zur internen Kontrolle durchführen liess. Das Resultat: Das tragende Holz war in einigen Bereichen nur noch wenige Zentimeter dick und der Wurzelstock im Innern ausgefault. Der Baum sei in der Tat «ein akutes Sicherheitsrisiko» gewesen.

Jetzt ist also der erste Baum am Tellplatz gefallen, er war aber nicht Bestandteil des von der Baurekurskommission gutgeheissenen Rekurses, wohl aber der eingereichten Petition. In der Mitteilung der Stadtgärtnerei betont diese, dass sie die Bedenken der Quartierbevölkerung ernst nehme und deshalb den Bericht der Petitionskommission abwarte. Es solle «eine allseits akzeptierte Lösung» gefunden werden. Sie gehe nicht davon aus, dass am Tellplatz in nächster Zeit weitere Notfällungen vorgenommen werden müssten.