Kompetent, dossiersicher, zupackend. Die Wahl von Sonja Kuhn und Katrin Grögel, die sich künftig die Leitung der Basler Kulturabteilung teilen werden, stösst sowohl in der Basler Kulturszene als auch in der Politik auf viel Wohlwollen.

«Ich bin sehr froh, dass dieser wichtige Personalentscheid gefallen ist», sagt Josef Helfenstein. Der Direktor des Basler Kunstmuseums freut sich, mit Sonja Kuhn weiterarbeiten zu können, «die wir in den vergangenen Monaten als sehr kompetent, professionell und verbindlich erlebt haben». Für Philipp Cueni ist Katrin Grögel eine «starke Person, die mitreissen kann». Sie sei absolut kompetent, sagt der Präsident von Balimage, dem Verein für Film und Medienkunst.

Kuhn wiederum verfüge über eine schnelle Auffassungsgabe sowie strategisches Denken. Auch CVP-Grossrat Oswald Inglin spricht von einer guten Wahl. «Das sind zwei ausgewiesene Fachpersonen», findet der Präsident der Bildungs- und Kulturkommission. Die beiden würden sich sehr gut ergänzen.

Seine Kommissionskollegen Franziska Reinhard und Joël Thüring stimmen mit in das Loblied ein: «Kuhn habe ich bisher sehr positiv erlebt. Sie packt zu und ist mit der Materie vertraut», sagt die SP-Grossrätin. Auch ihr SVP-Ratskollege hatte bisher einen guten Eindruck: «Kommt hinzu, dass sich die beiden nicht erst lange einarbeiten müssen.» Schliesslich gebe es im Kulturbereich viele Herausforderungen. «Ich hoffe aber auch, dass die neue Leitung nicht nur erhält und weiterführt, sondern auch kritisch über die Bücher geht», ergänzt Reinhard. Es sei wichtig, dass in der Kulturpolitik bald wieder Ruhe einkehre. Vorher aber seien noch einige Hürden zu nehmen.

«Eher ein Flop-Sharing?»

Umstrittener als die beiden Frauen ist das gewählte Arbeitsmodell: «Topsharing» – «Jobsharing on the Top», also in einer Leitungsfunktion. Während sich Rot-Grün höchst erfreut zeigt, scheint dies bei Lorenz Nägelin gar nicht gut anzukommen: «Top-Sharing oder doch eher Flop-Sharing? Die neue Co-Leitung der Abt. Kultur mit geteilter Verantwortung? Ein No-Go!», schreibt der SVP-Präsident auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Ebenfalls skeptisch, aber differenzierter zeigt sich Parteikollege Thüring: «Verantwortung kann man eigentlich nicht teilen. Man hat sie oder hat sie nicht. Deshalb bin ich gespannt, wie sich das konkret in der Praxis umsetzen lässt.» In der Privatwirtschaft habe sich das jedenfalls nicht als Erfolgsmodell bewährt, wie Beispiele bei der Credit Suisse oder der Deutschen Bank gezeigt hätten.

Ganz anders beurteilt das Samuel Holzach: Topsharing sei ein Modell, das von vielen Firmen praktiziert werde, sagt der Verwaltungsratspräsident des Theater Basel. Es funktioniere, wenn die beiden Stelleninhaberinnen bereits gut aufeinander eingespielt seien, und die Form der Zusammenarbeit und der Entscheidungsfindung ausdiskutiert sei. «In diesem Sinne freut sich das Theater Basel auf die weitere Zusammenarbeit, welche auf Kontinuität setzt.»