«Ich war besoffen. Ich habe zwei Flaschen Champagner gesoffen», erklärte der 45-jährige Mann am Dienstag im Gerichtssaal. «Das ist einfach nicht möglich», entgegnete ihm Gerichtspräsident René Ernst, und verwies auf die niedrige Alkoholkonzentration im Blut von 0,1 Promille. «Naja, vielleicht war es eine halbe Flasche», meinte der Angeklagte daraufhin.

Im November 2017 schoss er mit einem Gewehr mit Kaliber 22 vom Balkon seiner Wohnung am Kannenfeldplatz in der Gegend herum. Verletzt wurde glücklicherweise niemand: Einschusslöcher gab es aber in diversen parkierten Personenwagen, und auch zwei BVB-Busse wiesen danach Einschlusslöcher knapp unterhalb der Heckscheibe auf. «Ich habe auf die Blinker gezielt», sagte der Mann dazu.

Ob er seinen Geburtstag vom Vortag noch etwas nachfeiern wollte oder ob ihn doch eher der Autolärm störte, wurde in der Verhandlung nicht klar.

Zuerst sprach der aus den Philippinen stammende Mann gebrochen deutsch, wechselte aber später automatisch in das breiteste Berndeutsch.

Seit Jahren ist er in psychiatrischer Behandlung, er leidet an einer chronischen paranoiden Schizophrenie. Das Dreiergericht verurteilte ihn wegen Gefährdung des Lebens und Sachbeschädigungen rein formell zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Das Strafmass fiel deshalb so tief aus, weil ein Gutachter den Mann als stark vermindert zurechnungsfähig einstufte. Das Gericht ordnete eine stationäre Massnahme in der Psychiatrie an, die Dauer ist unbestimmt. Die Warteliste ist dafür allerdings lang, er bleibt vorläufig im Untersuchungsgefängnis. Pikant: Der Mann hatte das Gewehr trotz einer Vorstrafe legal erworben.

«Ich weiss nicht, welcher – Entschuldigung – Schwachkopf Ihnen einen Waffenerwerbsschein ausgestellt hat», sagte Gerichtspräsident René Ernst sichtlich verärgert. Von einem Landesverweis sah das Gericht ab: Als psychisch Kranker sei er ein Härtefall. «Wenn Sie aber wieder sowas anstellen, gibt es auch einen Landesverweis», warnte ihn Ernst.