In den privat organisierten Tagesheimen stieg die Zahl der Betreuungsplätze zwischen 2010 und 2012 um 530 auf 3452. Bei den Tagesstrukturen der Schulen wurde im gleichen Zeitraum ein Zuwachs um 591 auf 1857 Betreuungsplätze verzeichnet, wie es am Mittwoch an einer Medienkonferenz des Erziehungsdepartements hiess.

Tagestrukturen gibt es inzwischen an 33 Schulstandorten. Der Ausbau um jährlich rund 200 Betreuungsplätze soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Ziel ist es, dass es dereinst an jedem Standort für 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Betreuungsplatz hat.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass durch diesen Ausbau immer weniger Schulkinder in den Tagesheimen betreut werden. Dennoch müsse auch in den Tagesheimen das Angebot erweitert werden, zumal der Anspruch auf einen Betreuungsplatz in der Verfassung des Kantons Basel-Stadt verankert ist.

In den Basler Tagesheimen wurden letztes Jahr 4758 Kinder betreut, davon 2900 mit einer staatlichen Subvention. Der Anteil von ausserhalb der Familie betreuten Kindern im Vorschulalter stieg zwischen 2010 und 2012 von 34 auf 40 Prozent.

Nachfrage weitgehend abgedeckt

Aus Sicht der Verantwortlichen des Erziehungsdepartements kann derzeit die aktuelle Nachfrage nach Betreuungsplätzen weitgehend abgedeckt werden. Allerdings gibt es keine Angaben darüber, wie viele Eltern während des maximal drei Monate langen Wartens auf einen Betreuungsplatz sich für eine andere Lösung entscheiden.

Dass nicht alle neuen Angebote auf Anhieb Anklang finden, zeigt das Beispiel des Tagesheims «Kinderhaus St. Jakob». Dieses bietet für Eltern mit längeren Arbeits- oder Ausbildungszeiten seit einem Jahr verlängerte Öffnungszeiten von 06.00 bis 20.00 Uhr an.

Der erhoffte Ansturm blieb jedoch aus, wie es an der Medienkonferenz hiess: Nur gerade drei Kinder werden derzeit am Abend bis 20 Uhr betreut, und das erst noch an verschiedenen Tagen. Obwohl so Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen, wurde das Projekt nun um ein Jahr verlängert.

Der Kanton Basel-Stadt gibt im laufenden Jahr für die ausserfamiliäre Betreuung von Kindern rund 30 Mio. Fr. aus. Nach Angaben des Erziehungsdepartements steigt der Aufwand pro Jahr um rund 2 Mio. Franken.