Die SBB-Verantwortlichen waren begeistern. CEO Andreas Meyer sagte: «Es gibt kein vergleichbares Areal in der Schweiz.» Mitten in der Stadt zwischen Bahnhof SBB und Joggeli gehört den SBB ein 160 000 Quadratmeter grosses Gelände, von dem 100'000 Quadratmeter nicht mehr für die Bahn gebraucht werden und für die Entwicklung des «smartesten» digitalen Areals der Schweiz bereit stehen. Ein «irrsinniges Potenzial» habe der Wolf, ergänzte Alexander Muhm, Leiter Developement bei SBB Immobilien.

Am Dienstag unterzeichneten die SBB und der Kanton Basel-Stadt eine Planungsvereinbarung für das Areal, das sie gemeinsam zur Smart City entwickeln wollen. »Durch seine Lage hat es grosses Potenzial für neues urbanes Leben», betonte Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. Das «Lab» solle schrittweise zum Pilotquartier auf- und ausgebaut werden und «auch für heute Ungedachtes offen sein.»

öV-Anbindung ist kein Problem

Weil ein Teil des Areals von den SBB genutzt wird, ist die Anbindung an den öV kein Problem. Die Schienen für eine S-Bahn-Station liegen bereits. «Auch eine Tramlinie gibt es schon. Die Voraussetzungen sind ideal», freute sich Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels.«
Alexander Muhm gab einige Beispiele, wie das smarte Quartier aussehen könnte. «Man wird die Müllversorgung besser organisieren, die Beleuchtung im Aussenraum steuern und Parkplätze zuweisen».

An der S-Bahn-Station könnten selbstfahrende Fahrzeuge auf die Kunden warten. CEO Meyer träumte von einer P & R -Anlage und den Übergang vom Motorisierten Individual Verkehr zum Öffentlichen Individual Verkehr mit umweltgerechten Fahrzeugen, mit denen man vom Wolf auch schnell auf der Autobahn sei.

Erste Gebäude stehen 2026

Bis Ende Herbst 2018 soll der von Christ & Gantenbein und EM2N gewonnene Studienauftrag vertieft werden, sagte Muhm. Es folgt der erste Bebauungsplan und 2019 soll das Projekt in den Grossen Rat. «Die Bagger könnten dann 2024 auffahren und die ersten Gebäude 2026 stehen.»

Bis Ende 2018 wird sich das Lab auf Pilotprojekte in den Bereichen Logistik und Mobilität konzentrieren. Der Osten des Geländes ist heute schon von Logistik und Gewerbe belegt. In der Mitte sollen dann um die S-Bahn-Station der Verkehrsknotenpunkt und Dienstleistungsbetriebe entstehen und Wohnungen wird es eher im Westen geben. Ziel des Smart City-Ansatzes ist es laut Medienmitteilung, «den Ressourcenverbrauch trotz steigender Einwohnerzahlen zu senken und die Standortattraktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität in den Städten zu steigern.»

Wie viele Wohnungen es geben wird, mochte Baudirektor Wessels nicht sagen. «Aber es werden sicher mehr Arbeitsplätze und Wohnungen als heute sein.»

Weitere Partner gesucht

Für die Planung und Umsetzung des Labs suchen Kanton und SBB noch weitere Partner. Denkbar ist laut Meyer, dass die SBB einen Teil des Geländes veräussert. «Die wesentlichen Grundstücke aber werden wir behalten. Die SBB haben die letzten zehn Jahren ihre Erträge durch Mieteinnahmen verdoppelt und wir wollen diese noch weiter steigern.»