Noch steckt die Überbauung Walkeweg in den Kinderschuhen. Der Kanton hat erst gerade einmal eine Planungsstudie ausgeschrieben, die später den Bebauungsplan des Areals in Bahnen lenken soll. Dennoch: Jetzt wird deutlich, wie das Quartier der Zukunft zwischen Wolfgottesacker und Dreispitz aussehen könnte.

Dem Bau- und Verkehrsdepartement schweben etwa 400 Wohnungen nach dem Prinzip «Low-Cost-Low-Energy» vor. «‹Low-Cost zielt vor allem auf die Erschwinglichkeit der monatlichen Mietbelastung der einzelnen Haushalte», heisst es in der Ausschreibung. Günstiger Wohnraum – allerdings nicht subventioniert, denn die Wohnblöcke sollen dem Kanton «marktgerechte Rendite» einbringen.

Eine künstliche Verbilligung der Mieten oder subventionierte Baukosten werden ausgeschlossen. Rudolf Köchlin leitet das Projekt bei Immobilien Basel-Stadt. Er sagt: «Natürlich werden die Mietzinsen nicht das Niveau von Altbau-Wohnungen erreichen, Neubauten sind immer teurer.» Den Löwenanteil werden 2,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen ausmachen. Zur Orientierung gibt der Auftrag zur Planungsstudie einen Anteil von vierzig Prozent für 2,5-ZimmerWohnungen vor, ähnlich sieht es für 4,5-Zimmer-Wohnungen aus.

Die Leitideen für das neue Quartier sind gewohnt blumig beschrieben. «Ein einzigartiger Lebensraum mit einer speziellen Stimmung und hohem Identifikationspotenzial» soll neben dem Wolfgottesacker entstehen, eine «grüne Oase, die dank ihrer sorgfältigen Konzeption gleichzeitig Rückzugsmöglichkeit» verspricht. Konkreter sind die Forderungen bezüglich der Nutzung: Die Planer haben die Aufgabe, einen Standort für eine neue Primarschule in ihre Überlegungen einzubeziehen – Doppelturnhalle inklusive.

Kultur im Tramdepot

Eine besondere Aufgabe stellt sich den Planern auch mit dem Tramdepot. Hans Bernoulli hat dieses im Jahr 1915 erbaut, ein Abriss steht nicht zur Debatte. Vielmehr sei eine kulturelle Nutzung denkbar, heisst es in der Ausschreibung. Darüber hinaus soll das Areal möglichst energieeffizient bewirtschaftet werden. Neben Vorgaben für einen möglichst hohen Einsatz an erneuerbarer Energie und möglichst geringen Wärmebedarf bedeutet dies für die künftigen Bewohner vor allem eines: «Das Wohnquartier ist autoarm zu planen.»

Bis September haben Planungsbüros nun Gelegenheit, ihre Vorschläge einzureichen. Dann kommt es in einem zweiten Schritt zu einer konkreteren Arealentwicklungsstudie. Gebaut wird dann frühestens ab 2020. Solange dürfen auch die Besitzer der Familiengärten bleiben, die aktuell in diesem Perimeter angesiedelt sind. Von ihnen ist – entgegen früherer Ankündigungen – kein Widerstand zu erwarten. «Das hätte keinen Sinn», sagt Paul Kotzolt, Präsident des Verbands Basler Familiengärten. «Die Verträge wurden auch nur befristet ausgegeben.» Glück haben wohl die Schrebergärtner in den Randzonen. Gemäss dem Planungsamt dürften sie bis 2025 bleiben.