Anwohnerprotest
Kanton räumt Fehler bei der Buvetten-Planung ein

Die Buvette bei der Florastrasse wird dieses Jahr nicht eröffnet. Sechs Einsprachen von Anwohnern liegen vor und verzögern die Planung. Bis diese behandelt werden, läuft die Buvetten-Saison aber längst auf Hochtouren.

Andreas Maurer
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Gähnende Leere: Die geplante Flora-Buvette eröffnet wegen Einsprachen frühestens 2013.

Gähnende Leere: Die geplante Flora-Buvette eröffnet wegen Einsprachen frühestens 2013.

Martin Töngi

Die frühlingshaften Temperaturen sind da, doch die von Basels Baudirektor Hans-Peter Wessels im letzten Herbst angekündete Buvetten-Offensive lässt auf sich warten. Für diesen Frühling waren zwei zusätzliche Buvetten am Unteren Rheinweg geplant. Jene auf Höhe der Florastrasse oberhalb der Johanniterbrücke eröffnet dieses Jahr jedoch definitiv nicht. Dies teilt Niklaus Hofmann, Leiter der Basler Allmendverwaltung, auf Anfrage der bz mit. Gastronomin Bettina Larghi vom Restaurant Goldenen Fass wird die Flora-Buvette erst ab 2013 in Betrieb nehmen.

Der Hauptgrund für die Verspätung ist die Rechtsunsicherheit: Die sechs Einsprachen gegen die Flora-Buvette sind immer noch nicht behandelt. Mitte Mai findet eine Einsprachensitzung statt - dabei sollte die Buvetten-Saison dann längst auf Hochtouren laufen. Zu den Einsprachen kommt ein weiteres Problem hinzu: Bauliche Massnahmen - vor allem der Abwasseranschluss - verzögern die Eröffnung ebenfalls.

Verwaltung plante ungeschickt

Beide Probleme waren vorhersehbar. Stellt der Verzicht der Wettbewerbssiegerin ein Affront gegenüber den 20 unterlegenen Mitbewerbern dar? Allmendverwalter Hofmann winkt ab. Der Entscheid sei nachvollziehbar - Hofmann begrüsst ihn sogar. Denn seine Allmendverwaltung ist mit der Behandlung der insgesamt 14 Einsprachen gegen die drei neu ausgeschriebenen Buvetten zeitlich überfordert.

Mit der Verschiebung der Eröffnung der Flora-Buvette erhält die Verwaltung nun mehr Zeit, die Einsprachen zu bearbeiten. Hofmann räumt Fehler ein: «Wir hätten geschickter planen können. Das werden wir künftig besser machen.»

Die vielen Eingaben überraschten

Dass es gegen die neuen Buvetten Einsprachen hagelt, überrascht auch in der Verwaltung niemand. «Überwältigt waren wir aber von den vielen Eingaben, die wir auf die Ausschreibung der Buvetten erhalten haben. Diese hätten wir früher ansetzen sollen», sagt Hofmann. Bis die neuen Betreiber ausgewählt waren, benötigte die Verwaltung mehr Zeit als geplant. Die Einsprachefrist endete dadurch erst Anfang April - die Verzögerung war vorprogrammiert.

Priorität räumte die Verwaltung den bestehenden Buvetten ein. Jene bei der Kaserne hat schon letztes Jahr grünes Licht erhalten. Diese Woche kann nun auch die Dreirosen-Buvette starten: Eine Einsprache wurde zurückgezogen, drei abgelehnt. Ein allfälliger Rekurs hätte keine aufschiebende Wirkung. In Bearbeitung sind noch vier Einsprachen gegen die neue Buvette an der Oetlingerstrasse, die diesen Frühling eröffnen soll.

Die Anwohner wehren sich aus den üblichen Gründen: Sie befürchten Lärm und Wildpinkler. Der Kanton möchte just diese Probleme mit der organisierten Belebung durch die Buvetten entschärfen. Die Einsprachen sind aussichtslos. Der einzige Erfolg der an exquisiter Lage wohnenden Protestler: Den Start der Buvetten-Offensive haben sie verzögert.