Basel
Kanton soll Selbstverteidigungskurse für Senioren mitfinanzieren

Nach den neuesten Überfällen auf Seniorinnen und Senioren in Basel fordert die SVP, dass sich der Kanton an den Kosten für Selbstverteidigungskurse für betagte Personen beteiligt. So könnten sich ältere Menschen besser schützen, so die Partei.

Rüdi Steiner
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Am Dienstag wurde eine 72-jährige Frau in der Kornhausgasse direkt bei ihrer Eingangstüre von zwei unbekannten Tätern angegriffen. Sie raubten ihr die Handtasche. Die Frau musste anschliessend hospitalisiert werden. Am vergangen Samstag wurde ein 83-jähriger Mann in der Austrasse von einem Fremden angegriffen, dabei wurde ihm das Portemonnaie gestohlen.
Das sind die beiden jüngsten Delikte gegen betagte Menschen in Wohnquartieren im Grossbasel-West. Sie zeigen, so schreibt die SVP, dass in der gesamten Stadt vermehrt auch betagte Menschen Opfer von Räubern auf offener Strasse werden. Diese älteren Menschen würden aufgrund der geringen Gegenwehr bewusst von den Tätern ausgesucht und überfallen.
Nun will die Partei Gegensteuer geben. Und sie hat auch ein Rezept dafür: Der Kanton soll sich an den Kosten von Selbstverteidigungskursen für Senioren und Seniorinnen beteiligen.

Solche Kurse werden heute von Pro Senectute und anderen Organisationen angeboten. Rentnerinnen und Rentner lernen dort, wie sie sich mit wenigen Tricks noch im hohen Alter gegen einen Angriff zur Wehr setzen können.
Der Staat habe gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürger eine Verantwortung wahrzunehmen, begründet Grossrat Joël Thüring die Forderung. Er will noch heute Mittwoch einen entsprechenden Vorstoss im Parlament einreichen. Der Kanton soll sich angemessen beteiligen, fordert er. «Ich könnte mir vorstellen, dass der Kanton pro Kurs 100 Franken bezahlt, präzisiert Thüring gegenüber der bz. Das seien rund drei Viertel des Preises, der heute dafür bezahlt werden müsse.
«Wenn man bedenkt, dass viele ältere Menschen nach einem solchen Überfall stark traumatisiert bleiben und das Geschehene nur sehr schwer verarbeiten können, sind die für den Kursbesuch anfallenden Kosten relativ gering», sagt Thüring.
Thüring geht nicht davon aus, dass alle Betagten, die einen solchen Kurs besuchen, die Kostengutschrift auch tatsächlich beanspruchen. «Wenn sich so auch nur zwei Überfälle verhindern lassen, dann ist das Ziel erfüllt».