Noch in diesem Jahr will das Basler Baudepartement mit der Neugestaltung des Nachtigallenwäldelis zwischen Zolli-Parkplatz und Heuwaage loslegen. Ein neuer Park soll entstehen, in dem sich Wege durch eine locker gestaltete Baumallee entlang des Birsigs schlängeln (die bz berichtete). Mitten drin steht der Komplex von Gastrounternehmer Simon Lutz mit der Kuppel, dem Club «Garage» und dem Restaurant «Acqua». Bei der «Garage» ist im Juli das Dach eingestürzt und die Besitzer hatten es hurtig repariert. Nur, um nun anzukündigen, das letzte Betriebsjahr habe begonnen, denn in einem Jahr solle der Baubetrieb auch hier angekommen sein. Doch was geht nun mit dem Kuppelareal? Das graue, arg verlotterte Zelt war ursprünglich einmal als Provisorium gedacht, mit einer Bewilligung für fünf Jahre.

Nach rund zehn Jahren, im Jahr 2002, präsentierte dann die damalige Baudirektorin Barbara Schneider (SP) stolz das Neubauprojekt der Architekten LOST. Und kündigte den baldigen Bau an. Doch daraus wurde nichts, das Provisorium immer wieder verlängert und die Bewilligungen immer wieder erstreckt. Teilweise, wie verwaltungsinterne Quellen der bz gegenüber sagten, unter «abenteuerlich lockeren Interpretationen der Vorschriften».

Langes Warten auf Lutz

2011 sagte Kuppel-Betreiber Simon Lutz, er werde die benötigten 7,5 Millionen Franken bis 2012 beisammen haben. 2012 vertröstete er auf 2013, und als die bz vor einem halben Jahr zum letzten Mal nachfragte, erklärte Lutz, es befinde sich «eine Stiftung im Aufbau, deren Aufgabe es sein wird, das Geld zusammenzubringen». Vorhanden war es aber noch immer nicht. Weiter will Lutz keine Stellung mehr nehmen, von nun an werde die Stiftung kommunizieren.

Der Sprecher dieser Stiftung, Johannes Sieber, erklärt nun auf Anfrage, man sei «bezüglich der Realisation des Kuppel-Neubaus zuversichtlich». Ansonsten verweist er auf eine Informationsveranstaltung, die zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt stattfinden solle. Es sieht also auch, gut 12 Jahre nachdem Lutz erfahren hat, wie viel Geld er für welches Projekt brauchen wird, nach wie vor nicht so aus, als ob die ersten nicht-staatlichen Franken in die Kasse des Kuppel-Neubaus getröpfelt wären.

Kanton hat sich gebunden

Die Zuversicht bei der Sammel-Stiftung ist vermutlich auch darin begründet, dass Immobilien Basel-Stadt sich inzwischen auf Gedeih und Verderb an Lutz gebunden hat: Der im Sommer genehmigte Baurechtsvertrag auf dem Kuppel-Areal hat eine Laufzeit von dreissig Jahren. Der Kanton hat auch schon länger zugesichert, er werde sich mit 1,7 Millionen an den Kosten beteiligen. Diese Hilfeleistung hat sich das kommerzielle Lokal gesichert, indem hier auch Proberäume für Bands untergebracht werden.

Bei Immobilien Basel-Stadt war nach wie vor keine Auskunft darüber zu erhalten, wie weit die Planung auf dem Kuppel-Areal nun gediehen sei. Und auch darüber nicht, ob der Baurechtsvertrag eine Klausel enthält, die einen Widerruf ermöglichen würde, sollte Lutz die Kuppel nicht innert einer bestimmten Frist realisieren. Sicher ist bisher nur: Der Park wird kommen. Und das «Garage» schliesst in einem Jahr.

Was mit dem Kuppelareal geschieht, bleibt ein Rätsel