Zwar ist die neue Personenunterführung, die westlich von der Passerelle schräg zum Elsässertor führen soll, noch Zukunftsmusik. Sie wird erst etwa 2025 eröffnet. Mit dem Neubau des Meret-Oppenheim-Hochhauses, der Umgestaltung des Meret-Oppenheim-Platzes und dem Bau eines Logistikzentrums bis Ende 2018 werden aber schon bald bauliche Voraussetzungen geschaffen, die später nur noch wenig Spielraum in der Gestaltung der Unterführung zulassen.

Davon ist sie überzeugt, die Neue Gruppe Bahnhof (NGB), die sich als politisch unabhängiger Verein für eine sinnvolle Entwicklung des Gebietes um den Bahnhof Basel SBB einsetzt. «Niemand möchte Pläne im Nachhinein mit dem Presslufthammer korrigieren», sagt René Guillod, Vorstandsmitglied der NGB, im Rahmen der Medienkonferenz am Freitag.

Die NGB hat deshalb den «Strategieplan Gleisquerung West» erarbeitet, mit dem Ziel, die SBB und das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) doch noch von den Anliegen der Quartierbewohner zu überzeugen. Das Hauptanliegen der NGB ist nach wie vor der Zugang zur neuen Unterführung ab dem Meret-Oppenheim-Platz. Mit einer Breite von acht Metern sei er «nicht sehr attraktiv» und «recht mickrig», wurde bereits an der Informationsveranstaltung der SBB zum Meret-Oppenheim-Hochhaus Mitte Dezember 2014 kritisiert.

Der Neutrale Quartierverein Gundeldingen und die Pro Velo beider Basel haben deshalb Einsprache erhoben. Diese wurde vom Regierungsrat abgewiesen, beziehungsweise auf sie wurde gar nicht eingetreten. Die Begründung: Die Mehrheit der Mitglieder der beiden Vereinigungen stünden «nicht in einer besonderen Beziehung zum Streitobjekt Meret-Oppenheim-Platz.»

Das BVD sieht die Breite von acht Metern etwas weniger eng als die Quartierbewohner: «Der Platz reicht», sagt Mediensprecher Marc Keller. Ausserdem sei die Funktionalität der Unterführung wichtig und eine Verbesserung zur heutigen Situation sei es allemal.

Für die NGB soll die neue Personenunterführung West aber mehr als nur ihren Zweck erfüllen. Sie sei eine «einmalige Chance», das Gundeldingerquartier an die Innenstadt anzubinden. Diese Chance müsse der Kanton erkennen und sich in die bauliche Entwicklung einmischen: «Der Bahnhof ist integraler Bestandteil unserer Stadt», sagt Oswald Inglin, CVP-Grossrat und Präsident der NGB.

Die stadträumliche Vernetzung sei nicht Aufgabe der SBB, sondern des Kantons. «Diese Aufgabe muss er zusammen mit den SBB angehen», sagt Inglin. Ohne Unterstützung des Kantons habe der Neutrale Quartierverein Gundeldingen keine Chance im Kampf gegen Goliath SBB. Keller weist daraufhin, dass die Zusammenarbeit mit den SBB gut funktioniere. Der Kanton habe allerdings keine Druckmittel, weil die Unterführung auf Grund der SBB entsteht, und sie die Kosten übernimmt: «Wenn wir etwas Zusätzliches möchten, müssen wir das bezahlen.»

«Zu teuer und unattraktiv»

Im vorgestellten Strategieplan fordert die NGB den Kanton auf, eine Weiterführung der Unterführung zu prüfen, die ab dem Ausgang Elsässertor bis zur Markthalle oder noch weiter in die Innenstadt gehen würde. Zudem soll er eine Veloquerung prüfen.

Davon will das BVD nichts wissen: Man habe eine Verlängerung bis zur Heuwaage bereits geprüft und wieder verworfen. Sie sei «zu teuer und unattraktiv». «Dass Fussgänger in den Untergrund müssen, entspricht auch nicht dem Trend», sagt Keller. Auch eine Veloquerung will man aus Kosten- und Platzgründen nicht. «Velofahrer sind über die Brücken gut mit der Innenstadt verbunden», sagt Keller.