LDP-Grossrat Heiner Vischer hat den politischen Urinstinkt: Insgesamt fünf Vorstösse hat er in seiner Amtszeit bislang zu Themen rund um das Wasserlassen eingereicht. Mit seiner jüngsten Interpellation dieser Art dürfte er aber einen Volltreffer gelandet haben. Vischer bringt die Toilettensituation am Marktplatz aufs Tapet.

In den vergangenen Jahren habe sich das Angebot von Restaurationsbetrieben am Marktplatz erhöht, die selber keine WC-Anlagen anbieten. In vielen Fällen würden Personen mit Harndrang deshalb umliegende Restaurants und Cafés aufsuchen, wobei deren Betreibern Mehrkosten entstünden.

Vischer wollte entsprechend von der Basler Exekutive wissen: «Versteht der Regierungsrat den Unmut vieler Wirte, wenn sehr viele Personen, die nicht bei ihnen zu Gast sind, ihre Toilettenanlagen benutzen, verschmutzen oder gar beschädigen?» In ihrer Antwort stellt die Regierung klar, dass sie in dieser Angelegenheit nicht die höchste Dringlichkeit sieht. «Selbstverständlich wird die Entwicklung aber im Auge behalten, um gegebenenfalls darauf reagieren zu können.»

In diesem Zusammenhang verweist sie auf die Aktion «Nette Toilette», die in anderen Schweizer Städten bereits Usus ist: Private Restaurationsbetriebe werden vom Staat dafür entschädigt, dass sie ihre Toilettenanlagen der Öffentlichkeit zugänglich machen.

«Das Bau- und Verkehrsdepartement prüft gegenwärtig die Lancierung eines entsprechenden Projekts in Basel gemeinsam mit Basel Tourismus und dem Wirteverband», heisst es in der regierungsrätlichen Antwort. Darüber hinaus öffnet sie ihre eigenen Türen und gewährt die Benützung der WC-Anlagen im Rathaus. Es gilt auch hier: Steter Tropfen höhlt den Stein.