Basel

Kantonspolizei beendet Hausbesetzung an der Gärtnerstrasse – zwei Personen festgenommen

Die Besetzer machten mit einem Plakat auf sich aufmerksam.

Die Besetzer machten mit einem Plakat auf sich aufmerksam.

Heute Mittwoch wurde in der Gärtnerstrasse in Basel ein Haus besetzt. Die Besetzer wollten sich damit gegen die «kapitalistische Stadtentwicklung» widersetzen. Dies teilten sie am Mittwochmorgen in einer Stellungnahme mit. Die Kantonspolizei Basel-Stadt konnte das Haus jedoch kurz darauf wieder räumen.

«Da wir auf solchen Wohnraum angewiesen sind, fordern wir, bleiben zu können!», schreiben die Besetzer eines Hauses an der Gärtnerstrasse. Aus dem Bleiben wurde aber nichts. Die Gärtnerstrasse 112, die von der Interessengemeinschaft Bedingungsloses Wohnen besetzt wurde, wurde noch am selben Tag von der Polizei wieder geräumt. Um 10.50 Uhr. Die Besetzer blieben also ungefähr drei bis vier Stunden im Haus.

Wie in einer Medienmitteilung der Polizei steht, seien zwei der Besetzer festgenommen worden. Es sei jedoch zu keinen Zwischenfällen gekommen: «Die Räumung der besetzten Liegenschaft verlief friedlich.» Der Eigentümer des Hauses stellte laut Polizei einen Strafantrag. Dies wirft Fragen auf, denn: Der Eigentümer steckt offenbar selbst in rechtlichen Schwierigkeiten. Laut Kantonsblatt besitzt er fünf Liegenschaften in Basel, die er kauft und anschliessend renoviert oder umbaut. Bei einer der Liegenschaften liess er laut einer anonymen Person der zuständigen Baufirma eine neue Heizung einbauen.

Die Rechnung bezahlte er nicht. Wie aus dem Kantonsblatt hervorgeht, nahm er die Vorladung zur Schlichtungsverhandlung nicht wahr. Gemäss des Geschädigten wurde die Summe von etwa 5000 Franken bis heute nicht beglichen und der Liegenschaftsbesitzer würde jeglichen Kontakt verweigern. Auch auf Anfragen der bz reagiert der Eigentümer des besetzten Hauses nicht.

In einer Medienmitteilung schreiben die Besetzer: «Besagtes Haus eignet sich hervorragend zur Verwirklichung unserer Wohngemeinschaft.» Die Organisation könne nicht verstehen, «wieso die selbstverwaltete Nutzung von leerstehenden Häusern in Basel derart gewaltsam unterdrückt wird». Deshalb fordern die Aktivisten Wohnraum für alle und Wohnraum als bedingungslose Lebensgrundlage. Es sei nicht in Ordnung, dass in der ganzen Stadt Häuser abgerissen würden und durch «Luxusbauten» ersetzt würden. In einem Nachtrag der Besetzer steht: «Dieser Morgen an der Gärtnergasse zeigt exemplarisch auf, wie Basel-Stadt leider jegliche Stadtentwicklung von unten im Keim erstickt.»

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