Karl Odermatt
Karli Odermatt: «Als ich ein Tor gegen den FCB schoss, hat mir das wehgetan»

Karl «Karli» Odermatt ist in Basel die wohl grösste Fussball-Legende. Heute feiert der ehemalige FCB-Spieler seinen 70. Geburtstag. An seinem Feiertag blickt Odermatt persönlich auf die Highlights seiner erfolgreichen Karriere zurück.

Dean Fuss
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Mit dem FCB holt Karli Odermatt 1967 gegen Lausanne den Cup
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Auch die FCB-Legende musste ins Militär
Bei YB liess er seine Karriere ausklingen, im Herzen aber blieb er Basler
Die Highlights aus Karli Odermatts Karriere
Karli Odermatt feiert an der Meisterfeier 2008 mit den Fans auf dem Barfi
Karli Odermatt im FCB-Museum

Mit dem FCB holt Karli Odermatt 1967 gegen Lausanne den Cup

Keystone

15. Mai 1967 Cupsieg gegen Lausanne

«Der Cupsieg 1967 war eine verrückte Sache. Angefangen hatte die Kampagne mit einem Skandal in Biel, als mir der Goalie nach meinem 2:0 aus Wut einen Schuh über den Schädel schlug. Nach dem 0:0 bei Lugano trugen wir das Wiederholungsspiel vor 56 000 Zuschauern im St. Jakob aus. Das war Wahnsinn. Normalerweise hatten wir im Landhof rund 6000 Zuschauer. Den Final gegen Lausanne haben wir forfait 3:0 gewonnen. Nach einem Penalty zum 2:1 für uns hatten die Lausanner einen Sitzstreik eingelegt.»

1970 Vereidigung im militärischen Aktivdienst

«Das ist die Vereidigung am Genfer Flughafen. Da leistete ich zur Absicherung des Flughafens drei Wochen Aktivdienst. Es kann auch nicht jeder von sich behaupten, einmal Aktivdienst geleistet zu haben. Ich habe im Militär viel Spass gehabt und auch Freunde gefunden. Wenn unsere Einheit knapp bei Kasse war, hat mich der Quartiermeister gebeten, ein Fussballspiel zu organisieren. Da kamen dann an die 2000 Zuschauer. So haben wir dann jeweils etwas dazuverdienen können.»

25. Juli 1975 Karriere-Ausklang bei den Young Boys

«Ich habe auch viele schöne Erinnerungen an meine vier Jahre beim BSC Young Boys. Im Alter von 32 Jahren habe ich mir eine schwere Verletzung zugezogen. Der FCB ging wohl davon aus, dass ich mich nichtmehr vollständig erholen würde, und machte mir nur noch ein Angebot zum halben Lohn. Mit YB habe ich dann nochmals einen Cup gewonnen. Aber im Herzen bin ich Basler geblieben. Als ich einmal im Cup ein Tor gegen den FCB schoss, hat mir das wehgetan.»

23. Januar 1998 Zusammen mit Köbi Kuhn

«Das war in der Nacht des Schweizer Fussballs 1998. Es gab ein Spiel zwischen der Oldie-Nati und den FCB-Oldies. Ich wollte damals unbedingt in den Farben des FCB spielen, obwohl ich bei den Nati-Oldies hätte spielen sollen. Zu Köbi Kuhn habe ich heute noch ein sehr gutes Verhältnis. Wir waren in der Nati ein tolles Sturm-Duo. Wenn wir aber gegeneinander spielten, dann waren wir Feinde. Umso mehr haben mich die drei Cupfinal-Niederlagen gegen Köbis FCZ geschmerzt.»

10. Mai 2008 Meisterfeier auf dem Barfi

«Diese Meisterfeier war für mich sehr speziell. Der Verein hat mir gesagt, dass es noch eine Weile dauern würde, bis die Mannschaft auf dem Balkon stehen würde. Also habe ich mich zusammen mit meinen Söhnen auf den Balkon des Stadtcasinos gestellt und Stimmung gemacht. Schliesslich haben die Fans das Lied «Karli no ne Goal» für mich gesungen. Das war herrlich, denn es war schon eine Ewigkeit her, dass ich noch selber auf dem Fussballplatz gestanden habe. Ein Traum!»