Die Fasnacht ist vorbei. Ausser für das Comité 1914. Dieses braucht nach dem Tod von Karl «Karli» Schweizer vor gut einem Monat einen neuen Obmann. Der Berufs-Fasnächtler war unter anderem Seele des Schnitzelbank Striggede. An der ausserordentlichen GV des Comité 1914 wurde der bisherige Vize-Obmann Ricky Hubler wie erwartet zum Nachfolger von Karli Schweizer gewählt.

Herr Hubler, war klar, dass Sie die Nachfolge von Karli Schweizer antreten?

Ricky Hubler: Ich habe es offengelassen und die Runde gefragt, ob jemand anderer die Aufgabe übernehmen möchte. Aber eigentlich war der Schritt logisch. Karli und ich haben in den letzten Jahren den schützenden Mantel um das Comité 1914 gelegt, damit jeder von uns Fasnacht machen konnte, wie er wollte. Mir war klar, dass jetzt der falsche Moment wäre, sich aus der Affäre zu ziehen.

Wollen Sie der neue Karli Schweizer werden?

Karli war ein Unikum, ihn kann man nicht kopieren. Es wird wohl Änderungen geben in der Führung. Aber ich möchte die flache Hierarchie und den harmonischen Umgang beibehalten. Zum Beispiel muss nur einer bei der Frage, ob ein Schnitzelbank, eine Clique oder eine Gugge aufgenommen werden soll, das Veto einlegen. Dann wird der Antrag abgelehnt. Es ist also schwierig, ins Comité 1914 aufgenommen zu werden. Ist man jedoch drin, hat man eine schöne Zeit bei uns.

Sie sprechen von Änderungen. Wie werden diese aussehen?

Mir fehlt die Infrastruktur, die Karli Schweizer in seinem Büro hatte. Neu wird sein, dass die Aufgaben im Vorstand auf mehr Köpfe verteilt werden. Schweizer und ich haben diese zu zweit übernommen. Das wird in dieser Form nicht mehr funktionieren. Wir wollen auch verhindern, erneut an die Grenzen zu stossen, wenn wieder einmal ein so tragisches Ereignis passieren sollte. Vor zwei Jahren ist das Striggede-Mitglied André Wachter verstorben. Auch sein Tod hat damals ein grosses Loch hinterlassen.

Karli Schweizer hat unter anderem vor 35 Jahren den Spitzen-Bangg d Striggede gegründet. Löst sich die Striggede nach seinem Tod auf?

Das ist ein heikles Thema. An der diesjährigen Fasnacht haben die verbleibenden drei Bänkler zwei Auftritte wahrgenommen. Unter anderem am Striggede-Ball, der trotzdem stattgefunden hat. Man hat als Zuhörer gemerkt, dass Karli fehlt. Aber es war für die Striggede-Mitglieder eine Art Abschied von Karli Schweizer. Sie werden auf jeden Fall Comité-Mitglieder bleiben und eventuell in einer anderen Form an der Fasnacht teilnehmen.

Für Sie war die GV ja ein erfolgreicher Abend. Wie war die Stimmung im Allgemeinen?

Dem Comité 1914 gehören nicht nur Bängg, sondern auch Cliquen, Guggen und Chaisen an. Es haben viele Mitglieder an der GV teilgenommen. Man hat gespürt, dass ein Neuanfang ansteht.

Das Comité 1914 aufzulösen, war also nie ein Thema?

Nein. Karli Schweizer hat mit dem Comité 1914 ein Gefäss hinterlassen, mit dem wir Fasnacht machen können, wie wir möchten. Würde das Comité 1914 aufgelöst, müssten wir uns irgendeiner anderen Organisation anschliessen und könnten die Fasnacht nicht mehr so frei geniessen, wie wir das jetzt tun.