Sanierung
Kaserne-Projekt: Eine Tate Modern für Basel

Das Pro-Komitee hat den Abstimmungskampf eröffnet und machte deutlich, dass man das Argument der Luxus-Sanierung nicht gelten lässt.

Noemi Lea Landolt
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Der Hauptbau der Kaserne soll im grossen Stil umgebaut werden. Der ursprüngliche Plan eines direkten Durchbruchs zum Rhein wurde aber aufgegeben.

Der Hauptbau der Kaserne soll im grossen Stil umgebaut werden. Der ursprüngliche Plan eines direkten Durchbruchs zum Rhein wurde aber aufgegeben.

Martin Toengi

Der Himmel ist blau, abgesehen von ein paar Schleierwolken. Am Rhein spielen Kinder Fangis und alte Männer Boule. Hündeler begegnen sich. Im Hintergrund thront die Kaserne. Es ist das Abstimmungsplakat des Pro-Komitees. Mit diesem positiven Bild und dem Slogan «Ein Herz für’s Kleinbasel» kämpfen sie am 12. Februar für ein Ja zur Sanierung. Sie möchten eine Kaserne, an deren Fassade so wenig wie möglich verändert und die doch geöffnet wird. Eine Kaserne, die Tradition und Moderne verknüpft und zu einem Ort für alle wird.

«Wir können keine Bauruine brauchen», sagte Peter Schuler gestern vor den Medien. Er wohnt seit 38 Jahren im Quartier, das sich seither stark verändert hat. Der einzig negative Aspekt sei die Kaserne, wie sie sich heute präsentiert. Übertrieben ist die Bezeichnung «Bauruine» nicht. Die Fassade bröckelt. Auf der Rheinseite musste deshalb schon eine Absperrung angebracht werden, damit Fussgänger nicht von herunterfallenden Steinen erschlagen werden. «Es ist höchste Zeit, dass etwas geht», sagt Schuler.

Philipp Cueni vom Komitee Pro-Kasernenareal stimmt zu. Das Argument der Gegner, dass es sich um eine Luxus-Sanierung handle, lässt er nicht gelten: «Bis jetzt konnte niemand zeigen, wie es günstiger geht.» Der grösste Teil der Kosten – rund 36 Millionen von 44,6 Millionen Franken – falle für Sanierung des Gebäudes an, und die sei unumgänglich. «Es braucht ein Ja, sonst starten wir wieder bei Null», sagt Cueni.

Das Projekt schaffe es, unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Cueni zieht sogar den Vergleich mit der Tate Modern in London. Der Neubau wurde im Sommer eröffnet und ist eine Begegnungszone. Ein Haus für alle eben. «Was für die Tate gilt, muss erst recht für die Kaserne gelten», findet Cueni. Er freut sich auf einen Ort, der viele Möglichkeiten bietet. Auch wenn die Gegner kritisieren, dass die zukünftige Nutzung zu wenig klar und ausgereift sei. Der Umbau daure dreieinhalb Jahre, sagt Cueni: «Es bleibt also genug Zeit, um herauszufinden, wie die Nutzung im Detail aussehen soll.»

Tag der offenen Türen am kommenden Samstag, 14. Januar von 14 bis 19 Uhr. Es gibt Informationen zur Sanierung, Kinderaktionen und Führungen durchs Areal.