Kennen Norditaliener Basel? Eine Studie verneint und zeigt: Zürich und Genf sind bekannter. Dies soll sich ändern. Basel nutzt die Expo in Mailand, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Vom 1. Mai bis 12. Juni präsentiert sich die Stadt im Schweizer Pavillon. Ziel: Der «Spirito di Basilea» soll auf die Italiener übergreifen. Dazu hat die Stadt 43 Tage und 150 Quadratmeter zur Verfügung. Ihre Konkurrenz: über 140 andere Länderpavillons. «Die Herausforderung ist, die Besucher in den Pavillon zu bekommen», sagt Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing Basel-Stadt.

Die Zielgruppe wäre jedenfalls gross. Rund 20 Millionen Besucher werden an der Weltausstellung erwartet. 75 Prozent davon Italiener. Die Expo dreht sich rund um das Thema «Feeding the Planet, Energy for life». Das Leitmotiv der Basler Ausstellung ist ein Schmetterling, der rote Faden ein kleines Buch. Das Buch «Kleine Basler Weltgeschichte» von Matthias Buschle und Daniel Hagmann bildete die Grundlage für die Entwicklung der Ausstellung, die der Besucher in den vier Sockeln des Schweizer Pavillons findet. Jeder Sockel dreht sich um ein anderes Thema:

Wissenschaft: Forschung macht stark

Geistesleben und Kunst: Hungrig auf geistiges Schaffen

Architektur und Design: Die Welt nimmt Platz

Wirtschaft: Innovation für mehr Nahrung.

Eines haben sie gemeinsam: Alle nehmen Bezug auf Basel. Die Wissenschafter Gustav von Bunge und Tadeus Reichstein, die lange Zeit in Basel lebten, sind ebenso in der Ausstellung anzutreffen wie die von Herzog & de Meuron entworfene Messehalle. Für den meisten Gesprächsstoff sorgte bisher der vierte Sockel «Wirtschaft». Dieser Ausstellungsbereich wird von der Syngenta gestaltet, dem Hauptsponsor des Expo-Projekts der Stadt Basel. 200 000 Franken des 1,2 Millionen schweren Budgets werden vom Agrarkonzern gestemmt. Von verschiedenen Seiten hagelte es deswegen Kritik auf die Stadt Basel. Grund: Syngenta steht international im Kreuzfeuer, mit dem Herbizid Paraquad jährlich Tausende von Landarbeitern zu vergiften.

Man habe die Kritik ernst genommen, sagt Regierungspräsident Guy Morin. Trotzdem: «Es ist für uns nicht infrage gekommen, ohne Syngenta nach Mailand zu gehen.» Syngenta spiele eine wichtige Rolle in der Ernährung. Gehört ein Grosskonzern wir Syngenta überhaupt an eine Weltausstellung? «Wir gehören an eine Weltausstellung zu dieser Thematik», sagt Regina Ammann, bei Syngenta Head of Public Policy. Die Expo werde nicht zu Marketingzwecken missbraucht. «Es sind keine Produkte von Syngenta in Mailand ausgestellt. Unsere Ziele sind die Sensibilisierung zum Thema Ernährungssicherheit und der Austausch.»

Einmalige Gelegenheit

Syngenta ist nicht der einzige Partner der Stadt Basel im Projekt Mailand. Weitere sind unter anderem Vitra, die Fachhochschule Nordwestschweiz, Bio Suisse oder Urban Agriculture Basel. «Die Expo ist die einmalige Gelegenheit, eine Marketingplattform für viele Basler Partner zu bieten», sagt Guy Morin. Neben der Ausstellung bietet Basel in Mailand ein breit gefächertes kulturelles Programm. Ein Versprechen für gute Qualität sind alleine schon die Beteiligten. Das Kammerorchester, der Rockförderverein, das Sinfonieorchester und das Theater Basel treten in Mailand auf, um nur einige der kulturellen Akteure zu erwähnen.

Ab dem 13. Juni macht Basel dann Platz für Zürich; neben Genf und Basel die dritte Stadt, welche sich an der Expo vorstellt. Die drei Städte wollen der Welt die urbane Seite der Schweiz präsentieren. Es sei wichtig, dass sich die Städte am Auftritt der Schweiz beteiligen, sagt Guy Morin. «So, dass die Schweiz nicht nur als Heidiland wahrgenommen wird.» Dies wollen die drei Städte auch während der gemeinsamen Ausstellungszeit. Vom 7. Juli bis zum 12. September sind alle drei Städte im Schweizer Pavillon vertreten. Ob Basel die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt, zeigt sich erst nach der Expo. Dann messen die Studienautoren erneut den Bekanntheitsgrad der Stadt.