Coronavirus

Kein Besuch für Onkel und Tante: Diese Basler Geburtsklinik will an den Corona-Regeln festhalten

Das Bethesda Spital will weiterhin einen restriktiveren Kurs fahren, wenn es um Besuche am Wochenbett geht.

Das Bethesda Spital will weiterhin einen restriktiveren Kurs fahren, wenn es um Besuche am Wochenbett geht.

Das Bethesda-Spital will auch nach der Coronakrise an Einschränkungen für Besuche am Wochenbett festhalten. Und auch das Unispital überlegt sich diesen Schritt.

Die Geburt eines Kindes ist bekanntlich ein einmaliges, lebensveränderndes Ereignis, an dem ausser Ärzte und Hebammen höchstens noch der Partner zugegen ist. Doch ist das Kind erst einmal auf der Welt, herrscht nicht selten regelrechter Besucherandrang am Wochenbett. Grosseltern, Geschwister und Freunde wollen zur Elternschaft gratulieren und das Neugeborene betrachten.

Dabei kann gerade dieser gut gemeinte Besuch störend sein. Das zeigen Erfahrungen von Mitarbeitenden bei Geburtenstationen des Universitätsspitals Basel und des Bethesda-Spitals während der Coronazeit. In der Phase des Lockdowns waren Besuche untersagt, einzig der Partner durfte während und nach der Geburt bei der Kindsmutter sein. Laut Marianne Kläusler, Pflegefachverantwortliche der Mutter-Kind-Station des Universitätsspitals, hat diese strenge Besuchsregelung zu einer grossen Beruhigung geführt.

«Mutter und Kind waren nicht ständig abgelenkt, was sich positiv auf ihre Bindung ausgewirkt hat», sagt Kläusler. «Auch für den Partner war diese Zeit der Ruhe mit der Familie sehr wichtig.» Somit habe auch das Stillen besser geklappt und die Eltern erhielten dadurch schneller Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind. Das bestätigt die Stillberaterin der Mutter-Kind-Abteilung, Daniela Santo: «Die Mutter hatte Zeit, sich zu erholen und ihr Neugeborenes ungestört zu beobachten und kennen zu lernen», sagt Santo. Vor allem die Zeichen, mit denen das Kind seine Bedürfnisse äussert, wie Hunger oder Unwohlsein, seien anfangs wichtig zu erkennen, würden jedoch durch die Ablenkung der Besucher oft nicht wahrgenommen. Nun aber kann die Mutter selbstsicherer nach Hause zurückkehren – und genau das sei das Ziel der Stillberatung, «dass die junge Familie zu Hause einen guten Start hat».

Besucherbeschränkung soll beibehalten werden

Das Universitätsspital hatte bereits im Herbst 2018 eine Anpassung vorgenommen und die Besuchszeit auf den Nachmittag beschränkt. Trotzdem sei der Trubel vor der Coronakrise noch immer gross gewesen, sagt Kläusler. Gerade für Frauen in einem Zwei-Bett-Zimmer habe das oft zu unerwünschten Störungen geführt. «Was gut ist für die junge Familie, entspricht nicht immer dem, was die Angehörigen wollen.» Aktuell darf nebst dem Partner eine weitere Person auf Besuch kommen, vorzugsweise ein Geschwister des Neugeborenen. Das Team der Frauenklinik würde es begrüssen, die eingeschränkte Besucherzahl künftig beizubehalten. «Wir werden die Öffnung gemäss Empfehlung des Universitätsspitals Basel vornehmen», sagt die Chefärztin der Geburtshilfe, Irene Hösli. «Über die positiven Erfahrungen der besuchsfreien Zeit werden wir die Eltern künftig informieren.»

Einen Schritt weiter geht die Geburtsklinik des Bethesda-Spitals. Die Besuchsregelung, die aktuell wie im Universitätsspital gehandhabt wird, sei bei den Pflegenden sowie den Eltern auf positive Resonanz gestossen, teilt Direktor Thomas Rudin mit und sagt: «Aufgrund der positiven Erfahrung wird aktuell intern diskutiert, ob die Besucherbeschränkung im Wochenbett beibehalten werden soll.»

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