Seitdem Nicolai P. Wiedmer, der junge Koch vom Restaurant «Eckert» in Grenzach-Wyhlen, Ende 2017 einen Michelin-Stern erhielt, hat er keine Probleme mehr, Mitarbeiter zu finden. «Wir sind sehr zufrieden. Das Thema Fachkräftemangel hat uns auch beschäftigt, aber durch den Erfolg fällt es uns jetzt viel leichter, Personal zu finden.»

Positiv bemerkbar macht sich zudem, dass die Familie Wiedmer, zu der auch der Vater Rainer und die Schwester Larissa gehören, ebenfalls die «Krone» in Inzlingen, das Hotel «Base I» in Lörrach sowie das Lörracher Hotel «Drei König» betreiben. «Deshalb haben die Mitarbeiter bei uns gute Aufstiegschancen», betont der Sterne-Koch.

Christoph Widmer von der Basler Wyniger-Gruppe, zu der der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete «Teufelhof» gehört, berichtet ganz Ähnliches: «Die Gruppe profitiert vom Renommée des Teufelhof. Wir können Vakanzen problemlos besetzen und bekommen Bewerbungen.» Einen Mangel an Mitarbeitern kenne man nicht.

Seit 30 Jahren im Teufelhof

Im Teufelhof selbst arbeiten 68 Personen, in der Gruppe sind es rund 250. Sie besteht aus sechs Restaurants und zwei Hotels. Darunter sind das «1777» im Schmiedenhof bei der GGG, das «Ufer 7» oder das Hotel «Royal». «Wir haben sehr treue, langjährige Mitarbeiter und auch viele Praktikanten», sagt Widmer. Küchenchef Michael Baader sei zum Beispiel schon seit 30 Jahren dabei. Positiv wirke sich aus, dass man den Mitarbeitern in der Gruppe Perspektiven bieten könne.

Keine Probleme, Personal zu finden, dürften auch die hoch ausgezeichneten Köche Peter Knogl vom «Cheval Blanc» des Hotels «Les Trois Rois» und Tanja Grandits vom «Stucki» haben. Knogl hat drei, Grandits zwei Michelin-Sterne. Die Arbeit bei ihnen macht sich in jedem Lebenslauf gut und kann auch das Sprungbrett für eine eigene Karriere sein. So hat der eingangs zitierte Nicolai P. Wiedmer seine Ausbildung bei Grandits im «Stucki» gemacht.

Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverband Basel-Stadt, glaubt denn auch: «Es gäbe sicherlich Leute, die bereit wären, bei Grandits oder Knogl unter Tarif zu arbeiten. Aber das geht in der Schweiz aufgrund des Gesamtarbeitsvertrags nicht.»