Fussballgewalt

Kein Gefängnis für Hooligans: Basler Strafgericht fällt milde Urteile

Das Strafgericht schickte keinen der Hooligans ins Gefängnis. (Archiv)

Das Strafgericht schickte keinen der Hooligans ins Gefängnis. (Archiv)

Für die Ausschreitungen nach dem FCB-Meisterschaftsspiel gegen den FC Zürich im April 2016 muss niemand ins Gefängnis.

Lange Gesichter bei den Vertretern der Anklage: Für die heftigen Ausschreitungen nach dem Fussballklassiker FCB–FCZ im April 2016 muss keiner der Beschuldigten ins Gefängnis. Das Basler Strafgericht verurteilte gestern 14 FCB-Fans lediglich zu bedingten Freiheits- oder Geldstrafen. Zwei der Angeklagten wurden sogar freigesprochen.

Für Gerichtspräsidentin Felicitas Lenzinger reichten die Beweise teilweise nicht aus, um härtere Verdikte auszusprechen. Bei den beiden Freigesprochenen im Alter von 29 und 30 Jahren stellte die Gerichtspräsidentin fest, diese hätten sich zwar, wie das Beweisvideo zeigt, in der Menge der Chaoten aufgehalten. Bilder aber, welche die beiden FCB-Fans beim Ausüben von Gewalttätigkeiten zeigen, habe die Staatsanwaltschaft nicht vorlegen können. Statt mit einer Verurteilung wegen Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte konnten die Beiden das Strafgericht als unbescholtene Männer verlassen.

Happige Geldstrafen kassiert

Acht andere FCB-Anhänger wurden vom Strafgericht zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 6 und 18 Monaten verurteilt. Sechs weitere Männer kassierten Geldstrafen zwischen 5400 und 21'750 Franken; auch diese wurden teils bedingt ausgesprochen. Eine zusätzliche Schlappe setzte es für die Staatsanwaltschaft beim Anklagepunkt des Gebrauchs von verbotenen Explosionsstoffen ab. Diesbezüglich sei die Anklageschrift zu ungenau, kritisierte das Gericht, weswegen drei Männer von diesem Vorwurf freigesprochen wurden.

Anderseits stellte Gerichtspräsidentin Lenzinger explizit fest, dass die Polizei an jenem Tag verhältnismässig gehandelt hätte und der Einsatz von Gummischrot gerechtfertigt war. An die Adresse der FCB-Fans erinnerte sie daran, dass die Eventplattform des St. Jakob-Parks kein rechtsfreier Raum sei.

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