Sabrina Jaquet steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Die Schultern lässt sie hängen, das Lächeln scheint etwas gequält. Trotz eines 3:2-Sieges im dritten und letzten Gruppenspiel der Badminton-Team-Europameisterschaften in der Basler St. Jakobshalle haben die Schweizerinnen die Viertelfinalqualifikation verpasst. So haben sich die 26-Jährige und ihre Teamkolleginnen den Abschluss des Turniers nicht vorgestellt.

«Ich bin ziemlich stark enttäuscht», sagt Jaquet nach Spielschluss. «Jetzt haben wir zwar gegen Schottland und Belgien gewonnen, können uns aber trotzdem nicht freuen.» Viel hat den Schweizerinnen zum Einzug unter die besten acht Teams Europas nicht gefehlt. «Schlussendlich haben die Kleinigkeiten nicht gepasst», so Jaquet, die sich in diesem Moment hauptsächlich über sich selbst ärgert.

Über ihre Dreisatz-Niederlage im ersten Einzel gegen Russland, über ihre Niederlage im ersten Einzel gegen Schottland – trotz zwischenzeitlich komfortabler Führung – oder auch über das zum Abschluss des Turniers verlorene Doppel gegen die Belgierinnen. «Zum Schluss fehlte uns die Kraft und sicher auch Nicole Schaller», so Jaquet. Die Kraft, weil mehrere Spielerinnen in der vergangenen Woche krank waren und Nicole Schaller, weil damit die nominelle Nummer 2 im Team für die Einzel fehlte.

Marion Grubers makelloser Auftritt

Auch die Baslerin Marion Gruber gehörte dem Krankenlager der Schweizerinnen in der vergangenen Woche an. «Wenn wir als ganzes Team top fit hier hätten antreten können, wäre wohl mehr drin gelegen», sagt Gruber. Die Spielerin des SC Uni Basel hat persönlich eine makellose Bilanz: drei Doppel-Einsätze, drei Siege. «Ich bin damit sehr zufrieden», sagt die 28-Jährige. Und trotzdem ist sie insgesamt natürlich enttäuscht: «Diese EM ist ein Team-Anlass, da muss halt alles zusammenpassen.»

Sowohl Gruber, als auch Jaquet können der Situation aber auch positives abgewinnen: «Wir haben ein Team mit Perspektiven. Einige unserer Spielerinnen sind noch sehr jung», sagt Gruber. Die in Basel gemachten Erfahrungen, sind auf jeden Fall unbezahlbar. Wenn heute die Viertelfinalspiele beginnen, werden Gruber, Jaquet und Co. nur noch als Zuschauerinnen in der Halle sein. Ihre Enttäuschung dürfte aber bis dahin langsam nachlassen.