Das Plakat ist uralt. Ein Stück an die Wand gekleistertes Papier mit einer Botschaft oder dem Bild eines Menschen in Übergrösse. Von Vorteil hängt das Plakat an einem Ort, an dem es jeden Tag viele Menschen sehen. Im Vorbeigehen, ohne dass man es merkt, prägen sich Botschaften und Gesichter ein. Die Parteien sind sich einig: Wahlkampf geht nicht ohne Plakat.

Zwar konnte bisher niemand beweisen, ob Plakate für den Wahlerfolg entscheidend sind. Eine Umfrage der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG von 2015 zeigt nur, dass Strassenplakate die Menschen am ehesten dazu animieren können, an die Urne zu gehen. Plakate kommen in der Befragung auf 38 Prozent, gefolgt von Flyern (34 %) und Inseraten (31 %). «Die Sichtbarkeit einer Kampagne ist sehr wichtig und dafür sind Plakate ein wichtiger Faktor», ist SP-Präsidentin Brigitte Hollinger überzeugt.

Die SP gibt im Grossratswahlkampf mit 55’000 Franken am meisten für Plakate aus. Der Betrag entspricht knapp 19 Prozent des Wahlkampfbudgets. Weniger wendet das Bündnis aus Grünen, jungen Grünen und Basta auf: Zehn bis zwölf Prozent des Budgets, also etwa 12’000 Franken, investieren sie in Druck und Aushang von Plakaten, teilt Oliver Thommen, der Parteisekretär der Grünen Basel-Stadt mit.

Botschaften statt Köpfe

«Die SVP gibt etwa 30’000 Franken für Plakate aus, knapp ein Drittel des Gesamtbudgets», sagt Wahlkampfleiter Joël Thüring. Bei der Plakatkampagne setzt die SVP vor allem auf klare politische Botschaften: «Kritisch sehe ich die ‹Kopf-Plakate›», sagt Thüring. Diese würden weniger bringen.

Die LDP hat ein Budget von 110’000 Franken und verwendet davon 15’000 Franken für Plakate. «Sie gehören zum gesamten Paket, um auf die Partei aufmerksam zu machen», sagt Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein.

CVP und FDP sagen nicht, wie viel Geld sie für ihre Plakatkampagne bereitstellen. Die FDP «aus strategischen Gründen», wie Präsident Luca Urgese sagt. Er ist aber überzeugt, dass Plakate ein wichtiges Element einer Wahlkampagne sind, wenn sie gut gemacht sind. Das findet auch CVP-Präsidentin Andrea Strahm. Sie fügt an: «Plakate sind aber auch sehr teuer, wenn sie offiziell gehängt werden.» Ein F12-Plakat kostet in Basel je nach Standort zwischen 204 und 936 Franken pro Woche.

Anders als bei der SP, wo das Wahlkampfbudget auch die Kampagnen der Kandidierenden speist, verzichten die bürgerlichen Parteien LDP, FDP und SVP darauf. Die Kandidierenden müssen ihre Plakate aus der eigenen Kasse bezahlen.