Von der Raucher- und Bierhöhle, als die der Pinguin beim Spalentor, gleich neben der Berufsfeuerwehr Basel, bekannt war, bleibt nicht mehr viel. Denn jetzt übernimmt Patrick Allmandinger, besser bekannt als Almi. Der Basler Komiker und Schauspieler wird nun Beizer.

Fürs Lokal hat er klare Pläne. Es soll eine Fasnachtsbeiz werden. Aber nicht nur eine Beiz, die nur während der Basler Fasnacht drei Tage lang beliebt ist. Sondern ganzjährig: Er wird dazu nicht nur das Interieur auf Fasnacht trimmen, sondern gleich eine Art Showroom für das Unesco-Weltkulturerbe aus Basel bauen.

Fasnachts-Trouvaillen, Touristen, Liebhaber

Klingt hochtrabend, klingt auch ziemlich speziell, doch der Plan ist durchdacht. Dabei wird Almi von Basel Tourismus unterstützt. Die Organisation begrüsste seine Pläne, denn, wie Almi sagt: «Unter dem Jahr sieht man naturgemäss wenig von der Fasnacht in Basel.» Es sei denn, man besucht einen Cliquenkeller oder ähnliches, aber all dies wird von Vereinen betrieben und ist zwecks Besuchs von Privaten abhängig. Dann gibt es noch die Fasnachtsaustellung im Museum der Kulturen und die wertvolle Künstlerlarvensammlung des Ortsmuseums Binningen.

Wer also Fasnacht erleben will, soll jetzt bei Almi auf seine Kosten kommen. Touristen gehören daher klar zur Zielkundschaft, die Exponate sollen reichhaltig sein. Dank Geschäftspartner Rolf Tschan verfügt das Lokal über eine stattliche private Sammlung, darunter die erste Zugsplakette 1911, eine eigene Sammlung antiker Larven – etwa über 100-jährige Stofflarven –, dazu Literatur, die unter anderem noch vom Quodlibet stammt, der Vorgängerorganisation des Fasnachts-Comités im 19. Jahrhundert.

Eine Art Showroom und Almi an der Front

Und wer ist nun der Beizer? Es ist Almi selbst. «Klar, während unserer Vorfasnachtsveranstaltung Läggerli bin ich anderweitig ausgelastet, aber sonst werde ich das Lokal auch an der Front führen.» Gemeinsam mit Rolf Tschan und dem erfahrenen Gastronomen Heinz Zimmermann. Mit Tschan organisiert er auch das Läggerli.

Vom alten «Pinguin», der unter dem ehemaligen Beizer Mario Nanni quasi zum Bierkulturmuseum und später zum Hauptsitz der Raucher-Bewegung «Fümoar» wurde, wird wenig bleiben, ausser ein themenlastiges Konzept. Die Speisekarte wird in Form eines Zeedels – ganzjahresverträglich allerdings – mit Fasnachtsspeisen bestückt sein, ebenso gibt es einen Fasnachtsbetrieb mit entsprechenden Getränken.

Mit den Vereinen gross machen

Derzeit laufen die Vorbereitungsarbeiten, wie Almi und sein Team am Freitag noch vor den Medien mitteilten. Das Lokal wird per 1. September übernommen, zwei Monate lang wird eingerichtet, die Eröffnung ist auf November angesetzt. Also genau dann, wenn in Basel das Fasnachtsfieber wieder auszubrechen beginnt.

Mit den diversen Fasnachtsvereinen will Almi nun Kontakt aufnehmen. Gespräche seien ihm wichtig, ebenso werde vor einer offiziellen, «VIP-lastigen» Eröffnung zum Stelldichein unter Fasnächtlern geladen. «Wir wollen die Fasnächtler erreichen und ihnen zeigen, wie sehr wir auch für sie da sein wollen», sagt Almi. 

Ganz gastrofern sei er ohnehin nicht gewesen: Sein Onkel war Romano Villa, ein Name, der einigen in Basel noch bekannt ist. Er führte unter anderem die Lokale Bodega, Kunsthalle, Campari Bar und das Chez Donati, so Almi, «sehr erfolgreich». In dessen Fussstapfen wolle er nun treten.