Basel–Winterthur

Keine Chance für neue Schnellzugslinie – Fokus liegt auf der Optimierung der bestehenden Verbindungen

Laut dem Bundesrat würde eine zusätzliche Schnellzugsverbindung von Winterthur über Bülach nach Basel nicht einmal der Stammlinie nützen, die IC-Linie Basel–Zürich würde dadurch kaum entlastet werden.

Laut dem Bundesrat würde eine zusätzliche Schnellzugsverbindung von Winterthur über Bülach nach Basel nicht einmal der Stammlinie nützen, die IC-Linie Basel–Zürich würde dadurch kaum entlastet werden.

Der Bundesrat will von zusätzlicher einer Bahnverbindung gar nichts wissen. Er findet dafür viele Argumente und erklärt, dass eine Verbesserung der bestehenden direkten Verbindung Basel–Zürich–Flughafen–Winterthur–St. Gallen angestrebt werde.

So schnell sie aus der Versenkung aufgetaucht ist, so schnell scheint sie auch wieder zu verschwinden: die direkte Bahnverbindung Winterthur – Basel, die bis Anfang der 1990er-Jahre verkehrt ist. Gerade aus der Ostschweiz und dem Raum Winterthur ist in letzter Zeit der Ruf laut geworden, die ehemalige Schnellzuglinie wieder in Betrieb zu nehmen.

Der Zürcher SP-Nationalrat Thomas Hardegger ist mit einer entsprechenden Anfrage an den Bundesrat gelangt. Dieser aber will davon nichts wissen. Die Linie sei derzeit nicht Teil der Überlegungen zur Entwicklung des Fernverkehrsnetzes, erklärt die Landesregierung.

Langsamer als via Zürich

Die damalige Strecke führte über Bülach, Koblenz, Laufenburg und Rheinfelden nach Basel. Die Trassen bestehen noch heute. Sie werden aber nur noch teilweise genutzt und wenn, dann vom Güterverkehr. Und das soll auch so bleiben. Eine direkte Verbindung müsste schneller sein als die heutige Verbindung via Zürich, um als Teil des Fernverkehrsnetzes überhaupt in Betracht gezogen zu werden, betont der Bundesrat. «Trotz der geringeren Distanz ist aufgrund des Ausbaustandards der betroffenen Strecken eine Verbindung via Bülach jedoch langsamer als via Zürich.»

Damit eine Schnellzugverbindung auf der Strecke aber überhaupt möglich wäre, müsste auf mehreren Abschnitten erst Geld in die Infrastruktur gesteckt werden. Denn andernfalls müsste das bestehende S-Bahn-Angebot von den grösstenteils einspurigen Streckenabschnitten weichen. Selbst auf dem doppelspurigen Abschnitt Stein-Säckingen – Basel wäre ein Ausbau zwingend. Die Kosten wären erst genau zu untersuchen. Für den Bundesrat ist aber jetzt schon absehbar, dass mehrere hundert Millionen Franken nötig wären.

Und überhaupt: «Die betroffenen Kantone haben keinen entsprechenden Wunsch geäussert», stellt der Bundesrat klar. Sie hätten ein solches Angebot auch nicht als Ziel für den nächsten Bahnausbauschritt 2035 formuliert. Tatsächlich liess das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) bisher keinen dringenden Bedarf erkennen. «Grundsätzlich würden wir eine bessere und vor allem schnellere Direktverbindung von Basel in die Ostschweiz begrüssen», hatte BVD-Sprecherin Nicole Stocker kürzlich gegenüber der bz erläutert.

Lieber Wartezeiten verkürzen

Bisher sei aber weniger die schon vor Jahrzehnten eingestellte Linie ein Thema gewesen, sondern vielmehr eine Verbesserung der bestehenden direkten Verbindung Basel – Zürich – Flughafen – Winterthur – St. Gallen. «Die lange Standzeit von 17 Minuten im Hauptbahnhof Zürich ist heute sehr unattraktiv für Bahnkunden.» Verbindungen zwischen Basel und Winterthur mit Umsteigen in Zürich seien heute bis zu 24 Minuten schneller als das Angebot ohne Umsteigen. «Hier sehen wir grossen Bedarf für Optimierungen», so Stocker.

Um seine ablehnende Haltung endgültig klar zu stellen, betont der Bundesrat abschliessend, dass eine zusätzlich Schnellzugsverbindung von Winterthur über Bülach nach Basel nicht einmal der Stammlinie nütze. Die IC-Linie Basel – Zürich könne kaum entlastet werden.

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