Basel erhält keine längeren Ladenöffnungszeiten, zumindest nicht, wenn es nach der Grossratskommission für Wirtschaft und Abgaben geht. Sie will eine entsprechende Gesetzesänderung nicht unterstützen. Der Entscheid fiel laut Mitteilung der Kommission knapp mit sieben zu sechs Stimmen. Die linke Mehrheit stimmte geschlossen dagegen.

Trotz intensiver Suche habe kein Kompromiss zwischen Gewerbetreibenden und Gewerkschaften gefunden werden können, heisst es. Eine knappe Mehrheit spreche sich deshalb gegen jegliche Ausweitung der Öffnungszeiten in Basel aus.

Nicht mal am Samstag bis 20 Uhr

Schon im Juni 2017 hatte der Grosse Rat die Vorlage an die Kommission zurückgewiesen. Sie sah gemäss der Motion Ladenöffnungszeiten an Werktagen bis 22 Uhr sowie an Samstagen und an Vortagen von Feiertagen bis 20 Uhr vor.

Die Kommission beantragt dem Grossen Rat nun, die vom Regierungsrat in Umsetzung einer Motion vorgelegte Gesetzesänderung abzulehnen. Die Minderheit beantragt Öffnungszeiten am Samstag und vor Feiertagen bis 20.00 Uhr; ausgenommen wären Heiligabend und Gründonnerstag.

Mehr Flexibilität nötig

"Wir begrüssen grundsätzlich eine Liberalisierung der Öffnungszeiten", sagt Mathias F. Boehm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel. "Wir finden aber, was man macht, muss den dringenden Bedürfnissen des Detailhandels gerecht werden. Der Vorstoss war mit uns allerdings nicht abgesprochen."

Wichtig sei aus Sicht der Branchenvertreter aber, dass eine Flexibilität ins System komme - "dass also Unternehmer, die mit Eventcharakter arbeiten wollen, nicht von den alten Strukturen gefesselt werden."