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Keine Nachfolger gefunden: Quartierverein Unteres Kleinbasel hört auf

Nach rund 20 Jahren ist der Verein Geschichte – weil keine neuen Vorstandsmitgliedern gefunden werden konnten.

Martina Rutschmann
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Hat Probleme, neue Mitglieder zu finden: Der Quartierverein Unteres Kleinbasel.

Hat Probleme, neue Mitglieder zu finden: Der Quartierverein Unteres Kleinbasel.

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Danke, danke, danke. Wegen Euch wohnen wir in einem Quartier, in dem es sich gut leben lässt. Dies und Ähnliches schreiben Bewohner des Unteren Kleinbasels auf Facebook, und verabschieden sich damit von einem Patienten, der im Sommer noch «auf der Intensivstation» lag. So formulierte es Christian Vontobel, Kopf des Neutralen Quartiervereins Unteres Kleinbasel (NQV), in der Zeitung «Vogel Gryff». Bis vor einigen Monaten war er noch zuversichtlich, eine Lösung zu finden.

Seit dem 15. November aber ist klar: Nach rund 20 Jahren ist der Verein Geschichte – definitiv. Grund ist die gescheiterte Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern. Bis auf eine Person sind Vontobel und seine Vorstandskollegen über 70. Gern hätten sie den Verein Jüngeren übergeben.

Klybeck-Leute lehnten ab

Wer nun denkt, junge Menschen seien nicht mehr engagiert, faul gar, irrt. Im Kleinbasel, auch im unteren Teil davon, gibt es durchaus jüngere Menschen, die sich für ihr Quartier einsetzen. «Bloss tun sie dies fokussierter, als wir es damals gemacht haben», sagt Christian Vontobel. Besonders aktiv sei der Verein Zukunft Klybeck, der «den grösstmöglichen Einfluss der Bevölkerung auf die Entwicklung des neu entstehenden Quartiers sichern» will. Vontobel hätte seinen Verein gern den Klybeck-Leuten übergeben, diese lehnten jedoch ab, da sie mit ihrem Projekt bereits ausgelastet seien.

Auch die IG Unterer Rheinweg ist auf ein Themen- und Raumgebiet konzentriert, wie der Name schon sagt. Der NQV hingegen hat flächendeckend gearbeitet, dies zu einer Zeit, als das Quartier noch einen schlechten Ruf hatte. Gegründet wurde der Verein 1997 aus Anlass des Stadterneuerungsprojektes Werkstadt Basel. Der Erfolg lässt sich zeigen.

So ist etwa die Existenz des Stadtteilsekretariats Kleinbasel dem NQV zu verdanken. Co-Leiterin Theres Wernli bedauert dessen Auflösung: «Es war ein aktiver Verein, der dafür sorgte, dass die Bevölkerung bei der Quartierentwicklung miteinbezogen wird.»