Felix Platter-Spital

Keine TVs mehr in den Spitalzimmern – Patienten sollen eigenes Tablet mitnehmen

Das Felix Platter-Spital spart bei der Infrastruktur.

Das Felix Platter-Spital spart bei der Infrastruktur.

Im Neubau des Felix Platter-Spitals werden teilweise keine fix installierten TV-Bildschirme hängen. Die Klinik setzt darauf, dass ihre Patienten ihr Handy oder Tablet selber mitnehmen. Und bietet Telefon, TV und Radio für alle Patienten an.

Im Februar will das Felix Platter-Spital seinen Neubau in Betrieb nehmen. Das Spital ist durch und durch modern gestaltet. Das zeigt sich nun nicht nur in den Räumen, die das Spital bereits im Dezember übernommen hat. Auch das Informations- und Unterhaltungssystem soll modern werden. So modern, dass es teilweise keine festinstallierten TV-Bildschirme mehr in den Zimmern geben wird. Die Patienten können im neuen Gebäude mit ihren eigenen Smartphones und Tablets auf das System zugreifen. In der Schweiz ein Novum. Telefone für die Patienten werde es weiterhin geben, schreibt die Medienstelle.*

Wie es in Unterlagen des Spitals heisst, wolle man das Image eines wegweisenden Spitals in der Altersmedizin und auch das eines modernen Arbeitgebers vermitteln. In der heutigen Zeit gäbe es in der Schweiz bereits eine hohe Dichte an solchen Geräten. Auch bei den sogenannten Silver Surfern. Unter diesem Begriff versteht man Internet-Nutzer über 50 Jahre.

iPhones für Mitarbeiter

Der Vorteil für die Klinik: Sie muss weniger eigene Infrastruktur aufbauen. Wer kein eigenes Smartphone mitnimmt, muss aber nicht auf Unterhaltung und Information verzichten. Denn das Spital stellt Geräte zur Verfügung, wie die Medienstelle gegenüber dem Portal «Medinside» sagt.

Der Vorteil für die Patienten sei, dass einerseits das Nutzen von eigenen Geräten hygienischer sei. Andererseits würden sich die Patienten mit ihren eigenen Geräten am besten auskennen, heisst es weiter. Sie sollen so Zugang zu TV, Radio und Internet in der Klinik erhalten. So seien spitaleigene Applikationen geplant, die einen zusätzlichen Patientenservice böten. Zudem sollen die Patienten über ihre Geräte auch Pflegepersonal rufen oder sich das Mittagessen selber zusammenstellen können.

Die Software dafür liefert eine Zuger Firma. Sie hat sich auf solche Systeme spezialisiert und beliefert andere Kliniken. Das Unternehmen bietet eine spezielle App an, die den ganzen Behandlungsprozess begleitet. Inklusive des Aufenthalts im Spital. So können über die App zum Beispiel Termine koordiniert werden.

Bring your own device» heisst der Ansatz, den die Klinik in Zukunft damit verfolgt. Ein Teil der Mitarbeitenden wird ihr Gerät selber mitbringen, dem anderen wird iPhones zur Verfügung gestellt. Doch diese müssen erst noch geliefert werden. Ein erster Versuch, die Geräte zu beschaffen, scheiterte, weil die ausgeschriebene Version des iPads nicht mehr lieferbar war. Nun versucht es das Spital noch einmal. Gesucht sind 200 iPhones 7 und 200 iPads Pro. Diverse Apps, die auf das interne Netzwerks des Spitals zugreifen, laufen über das Apple-Betriebssystem. 

*In einer früheren Version dieses Textes stand fälschlicherweise, dass keine festinstallierten Telefone mehr zur Verfügung stehen. 

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1