Schorenmatte
Kicken in der Schutzzone: So unterschätzt der Kanton die Probleme bei der Sanierung der Fussballplätze

Die angelaufene Sanierung der Sportanlage Schorenmatte wird teurer als geplant. Die bewilligten 5,4 Millionen Franken reichen nicht aus, der Grosse Rat soll einen Nachtrag von 1,6 Millionen Franken bewilligen.

Christian Mensch
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Ein Teil der Sanierungsarbeiten sind gemacht, für den Rest fehlt noch die Finanzierung.

Ein Teil der Sanierungsarbeiten sind gemacht, für den Rest fehlt noch die Finanzierung.

Kenneth Nars

Die Sportanlage Schorenmatten bei der Basler Langen Erlen ist zur Hälfte saniert. Nun kommt das Eingeständnis der Verwaltung: Die bewilligten 5,4 Millionen Franken reichen nicht aus, der Grosse Rat soll einen Nachtrag von 1,6 Millionen Franken bewilligen.

Der Nachschlag kommt nicht ganz unerwartet. Vor genau drei Jahren berichtete diese Zeitung, wie der Stadtkanton seinen Mangel an sechs zusätzlichen Fussballplätzen beheben und dafür die Kicker selbst in der Grundwasserschutzzone auflaufen lassen will. Auf der Schorenmatte sollte deshalb ein zweites Feld in unmittelbarer Nähe zu den Trinkwasserbrunnen entstehen.

Ein Feld in der Schutzzone

Dass eine zweite Schorenmatte mit grossem Aufwand verbunden ist, war eingeplant: Eine Wanne sollte unter dem Rasen eingebaut und gegen das Grundwasser abgedichtet werden. Das Sickerwasser sollte zudem in einer Drainage abgefangen und in die Kanalisation geleitet werden.

Die Bundesvorschriften sind streng und sehen in der Trinkwasserschutzzone S 2a ein weitgehendes Bauverbot vor, selbst Grabungen sind verboten, um die Deckschicht nicht zu verletzten. Darauf angesprochen sagte der damalige Leiter des Sportamts Basel-Stadt, Peter Howald, damals gelassen: «Der Kanton hat Erfahrung mit Sportplätzen in Gewässerschutzzonen.»

Nun zeigt sich, dass die Probleme massiv unterschätzt wurden. Ein Grossteil der Mehrkosten ergibt sich «aufgrund des Terrains und der Lage der Entwässerungsleitung», heisst es im neuen Ratschlag. So müssen nicht nur die neuen Kanalisationsleitungen und Schächte doppelwandig ausgestaltet sein, sondern auch eine bestehende Transportwasserleitung der IWB. Selbst der Neubau des Garderobengebäudes verteuert sich aufgrund der Grundwasserproblematik.

Offensichtlich wäre das Projekt noch teurer geworden, wären die ursprünglichen Pläne realisiert worden. Diese seien jedoch nochmals «erheblich überarbeitet» worden mit dem Ziel, die Kosten zu minimieren.

Der Sündenbock ist gefunden

Der neue Ratschlag an das Parlament argumentiert damit, dass für die erste Kalkulation «lediglich eine Machbarkeitsstudie» vorgelegen habe. Diese habe auf «beschränkten Grundlagen» basiert, was zu «verhältnismässig grossen Projekt- und Kostenungenauigkeiten» führte.

Nun sei die Kostensicherheit aber «hoch» mit einer Genauigkeit von plus/minus zehn Prozent. Allerdings hiess es auch im ursprünglichen Ratschlag, «die Kosten wurden von Architekten, den Fachplanern und den Landschaftsarchitekten mit einer Genauigkeit von plus/minus 15 Prozent ermittelt».