Tötungsdelikt in Basel

«Kinder trauern anders als Erwachsene» – Tod des 7-Jährigen beschäftigt auch Psychologen

Ganz Basel trauert um den siebenjährigen Jungen aus dem Kosovo, der am Donnerstag von einer 75-jährigen Rentnerin mit einem Messer niedergestochen und tödlich verletzt wurde.

Erste Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass Zweifel an der Schuldfähigkeit der Frau bestehen. Sie wird psychiatrisch begutachtet. Laut den Behörden habe die Tatverdächtige weder den Jungen noch dessen Familie gekannt.

Ereignet hat sich die Bluttat am Donnerstagmittag wenige Meter vom Gotthelf-Schulhaus entfernt. Die 75-Jährige machte sich laut den Angaben der Staatsanwaltschaft vom Freitag nach der Tat auf den Weg Richtung Schützenmattpark. Unterwegs teilte sie mehreren Personen und Institutionen per SMS mit, dass sie ein Kind niedergestochen habe. Anschliessend stellte sie sich der Staatsanwaltschaft.

Im Quartier herrscht Sprachlosigkeit ob der Tat. Am Samstag findet ein Trauermarsch zum Gedenken an den verstorbenen Jungen statt.

Psychologen im Dauereinsatz

An der Gotthelf-Schule ist seit dem Tötungsdelikt der Schulpsychologische Dienst im Einsatz. Vor Ort war am Freitagmorgen auch Karin Keller. Im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» erklärt die oberste Schulpsychologin, was in der Kommunikation mit Kindern und Betroffenen nun besonders wichtig ist.

Erwachsene sollten keine Erwartungen haben, was die Reaktionen der Kinder betrifft: «Kinder trauern anders als Erwachsene. Häufig schwanken sie stark zwischen den Emotionen.» Häufig seien die Bewältigungsstrategien der Kinder aber viel besser, als man meine.

«Meist sind Kinder sehr gut darin, genau jene Fragen zu stellen, die ihnen die Bewältigung eines Erlebnisses erleichtern.» In diesen Fällen sollten Erwachsenen die Fragen ehrlich beantworten, sagt die Psychologin. «Es ist erlaubt, auch zu sagen, dass man etwas nicht weiss. Allerdings sollten die Erwachsenen dabei auf Spekulationen verzichten.»

 

Das vollständige Interview erscheint morgen in der «Schweiz am Wochenende».

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