«Aus sicherheitsrelevanten Gründen müssen Kundinnen und Kunden auf grössere Taschen, Rucksäcke, Einkaufstüten und Koffer verzichten.» Diese Warnung prangte am Freitag an den Türen und auf der Homepage der Pathé-Kinos. Die Rede ist vom Freitag den 20. und Samstag den 21. November. «Da wir an diesem Wochenende zwei grosse Filme zeigen und eine Oper ausstrahlen, sind wir ausverkauft und haben somit ein volles Haus.»

Liebe Kundinnen, liebe KundenWir möchten Sie bitten bei Ihrem Kinobesuch am Freitag, den 20. und am Samstag, den 21....

Posted by Pathé Küchlin on Donnerstag, 19. November 2015

Facebook-Post Pathé Basel

Genau eine Woche ist es her, dass in Paris mehrere Anschläge verübt wurden. Müssen sich jetzt auch Basler fürchten, wenn sie ihre Freizeit in der Stadt geniessen? Auf Nachfrage teilte die Kino-Gesellschaft der bz mit, dass es sich lediglich um eine «Präventivmassnahme» handle. «Diese Massnahme wurde entschieden, da das Pathé ein französisches Unternehmen ist», sagt Rolf Köchl von Pathé Suisse. «Diese Empfehlung haben wir von der Kantonspolizei erhalten.»

Unsicherheit bei Kinobetreiber

«Eine solche Empfehlung, auf die Mitnahme grosser Gepäckstücke ‹aus Sicherheitsgründen› zu verzichten, hat die Kantonspolizei Basel-Stadt nicht abgegeben», widerspricht Martin Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt. Man habe lediglich gemeinsam mit den Kinobetreibern überlegt, wie man «das Sicherheitsgefühl von Besucherinnen und Besuchern» erhöhen könnte. «Dabei sprach der Mitarbeiter der Kriminalprävention im Sinne eines Beispiels Kontrollen von Gepäckstücken oder die teilweise Einschränkung ihrer Mitnahme in die Innenräume einer Veranstaltung an.»

«Institutionen und Organisationen mit viel Publikumsverkehr können sich bei der Kriminalprävention der Kantonspolizei Basel-Stadt in Sicherheitsfragen beraten lassen», erklärt Schütz.

Die Kriminalprävention der Kantonspolizei Basel-Stadt habe diese Woche nach den Anschlägen eine Anfrage eines Kinobetreibers mit französischem Mutterhaus erhalten. Daraufhin habe ein Mitarbeiter der Kriminalprävention in einem Gespräch deutlich gemacht, dass es laut Nachrichtendienst des Bundes zurzeit keine Anzeichen für eine direkte Bedrohung in der Schweiz gibt und dass deshalb zurzeit auch keine über das Bestehende hinausgehenden Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind. «Wie private Veranstalter im Einzelnen die Mitnahme von Handtaschen, Rucksäcken und ähnliches handhaben, ist Sache der Hausordnung und entzieht sich unserer Kenntnis», erklärt Schütz.