Basler Pop-Preis 2016
Klaus Johann Grobe gewinnen – die Lombego Surfers sind Publikumsliebling

Die Jury hat gewählt: Klaus Johann Grobe erhalten den Basler Pop-Preis 2016. The Lombego Surfers stauben den Publikumspreis ab.

Noemi Lea Landolt
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Die begehrten Trophäen im Rampenlicht.
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Lisa Mathys moderierte den Abend
Gespanntes Warten in der Kaserne Basel.
Reel Music erhalten den Business Preis.
Pink Pedrazzi verleiht Urs Bauer alias Black Tiger (links) den Anerkennungspreis.
Der Jurypreis geht an die Band Klaus Johann Grobe

Die begehrten Trophäen im Rampenlicht.

Martin Töngi

Seit Mittwoch ist es klar: Klaus Johann Grobe dürfen sich über den achten Basler Pop-Preis freuen. Viele Musikbegeisterte haben am Abend den Weg in die Kaserne gefunden, um mit den Siegern und den Nominierten zu feiern.

Die grösste Sieger-Party stieg aber vermutlich in Mannheim. Denn Sevi Landolt und Daniel Bachmann sind gerade auf Tour. Die Trophäe musste Bandmitglied Stephan Brunner deshalb alleine entgegennehmen. «Ich bin gar nicht vorbereitet. Wir hätten nicht damit gerechnet», sagt dieser auf der Bühne. Sprachlos vor Freude könnte man es auch nennen. «Danke allen viel, viel mal.»

Anerkennungspreis

Besondere Ehre

Neben dem Jurypreis und dem Publikumspreis durfte sich gestern Abend noch ein dritter Musiker freuen: Black Tiger alias Urs Baur durfte den Anerkennungspreis entgegennehmen. Der RFV hat den mit 5000 Franken dotierten Preis dieses Jahr zum dritten Mal verliehen. Mit ihm soll ein Musiker aus der Region Basel gewürdigt werden, der seit mindestens 25 Jahren kontinuierlich musikalisch arbeitet und grosse Relevanz für die regionale Szene ausweist.

Die fünf Jurymitglieder hatten dieses Jahr keinen einfachen Job: Die nominierten Bands hätten unterschiedlicher nicht sein können. Trotzdem war es ein einstimmiger Entscheid. «Ihre Musik ist eigenständig und breit zugängig», zitierte Moderatorin Lisa Mathys aus der Würdigung. Die Jury glaube fest an das künstlerische Potenzial für eine Karriere.

Klaus Johann Grobe haben die anderen vier nominierten Bands Schammasch, Anna Rossinelli, Bleu Roi und die Lombego Surfers hinter sich gelassen. Mit ihnen gewinnt eine Band, die keine Lust hat, ihren Musikstil in eine einengende Schublade zu quetschen. Sie spielen «grobisch». Und «machen das, was uns inspiriert und Freude macht».

Der Pop-Preis bedeutet für die Band mehr als nur Ruhm und Ehre für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie dürfen sich auch über das Preisgeld von 15'000 Franken freuen. Geld, das die jungen Künstler gut brauchen können, denn das Musikbusiness ist hart: «Es gibt uns gewisse Freiheiten», sagten sie im Oktober gegenüber der bz. Denn je mehr man spielen möchte, desto enger werde es, nebenbei zu arbeiten.

Am Mittwochabend wurde aber nicht nur der Pop-Preis verliehen. Auch das Publikum hatte noch ein Wörtchen mitzureden. Insgesamt haben 1666 Personen am Online-Voting teilgenommen und ihrem Favoriten eine Stimme gegeben. Das Voting auf bzbasel.ch blieb bis zum Schluss spannend. Noch vor einer Woche hatten die Lombego Surfers und Schammasch gleich viele Unterstützer.

Erst in den letzten zwölf Stunden konnten sich die Lombego Surfers absetzen und sich mit 513 Stimmen den ersten Platz sichern.

Mit der Wahl schien auch das Publikum in der Kaserne mehr als zufrieden zu sein. Als bz-Chefredaktor David Sieber der Band die Trophäe überreichte, pfiffen, jubelten und klatschen die Zuschauer ausgelassen. Das zeigt: Anthony Thomas, Pascal Sandrin und Olivier Joliat können nach über 25 Jahren im Geschäft, die Fans mit ihrer Musik immer noch begeistern. Ursprünglicher Rock ’n’ Roll zieht halt einfach immer. Frontmann Anthony Thomas kam der Preis am diesem Tag besonders gelegen: «Supercool», kommentiert der Amerikaner. «Etwas Erfreuliches an diesem Wahltag.»

Und auch die Party kam nicht zu kurz: Im Anschluss an die Preis-Verleihung spielten George & The Cube, die Gewinner der diesjährigen RFV-Demo Clinic ein Konzert.