Kleinbasler Laden
Nach eingeschlagenen Scheiben: «Unverpackt» sucht Gespräch mit Angreifern

Eine anonyme Gruppe, vermutlich aus der linksextremen Szene, verwüstete gleich bei mehreren Geschäften die Ladenfronten. So auch am Erasmusplatz: Nun wehrt sich der «Unverpackt»-Laden mit einem Brief an die Täterschaft.

Silvana Schreier
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Ende Juni wurden die Fenster des «Unverpackt»-Ladens an zwei Stellen eingeschlagen.

Ende Juni wurden die Fenster des «Unverpackt»-Ladens an zwei Stellen eingeschlagen.

Kenneth Nars

Ende Juni wurden die Schaufensterscheiben des «Unverpackt»-Ladens am Erasmusplatz gleich an zwei Stellen eingeschlagen. Auf einer einschlägigen Plattform bekannte sich die Gruppe zum Angriff und berichtete weiter: Auch die Fassade des «Unternehmen Mitte», von «Herzog & De Meuron» sowie von der «Kult-Bäckerei» seien «eingefärbt» worden.

Nun nimmt der «Unverpackt»-Laden auf derselben Plattform Stellung zur Sachbeschädigung. «Unser zehnköpfiges Laden-Team war voller Trauer, Wut und Unverständnis», heisst es. Die Täterschaft gab zuvor bekannt, sie wollten mit ihren Taten der Gentrifizierung entgegen wirken. Der Angriff auf den «Unverpackt»-Laden wurde damit begründet, dass der Kundschaft «durch den Konsum von ‹fairen› Produkten ein gutes Gewissen verkauft» werde.

Laden-Team will Gespräch mit anonymer Gruppe

Basel unverpackt, die Genossenschaft hinter dem Laden, schreibt in der Antwort: «Wir versuchen mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, etwas gegen das systemische Wirtschaftswachstum und die Ausbeutung, welche dem Kapitalismus inhärent sind, zu unternehmen.» Dass es Kundinnen und Kunden gebe, die sich durch faire Produkte ein gutes Gewissen verschaffen wollen, sei sicher möglich. Aber: Für eine nachhaltige Zukunft sei eine extensive Abfallreduktion notwendig, so die Genossenschaft. Dies wolle man mit dem Laden vorantreiben.

Zum Schluss bietet das Team des «Unverpackt»-Ladens der Gruppe aus der linksextremen Szene ein Gespräch an. Ähnlich reagierte auch die Geschäftsleitung des «Unternehmen Mitte» nach dem Farbanschlag gegenüber «Primenews». Bisher blieb die Täterschaft anonym.