Rabattschlacht

Kleine Läden in Basel widersetzen sich: «Black Friday ist ein schwarzer Tag für die Umwelt»

Basler Geschäfte halten ziemlich wenig vom «Black Friday».

Basler Geschäfte halten ziemlich wenig vom «Black Friday».

Am Freitag steht der Höhepunkt der «Black Week» an: der «Black Friday». Für die Basler Warenhäuser entspricht das dem Höhepunkt der Rabattschlacht. Die kleineren Läden halten allerdings nicht viel von diesem «schwarzen Tag». Ihre Priorität liegt auf originellen Aktionen übers Jahr verteilt.

70 Prozent auf den Fernseher, 40 Prozent auf den Kaschmirpullover, 50 Prozent auf das Parfüm. In dieser Black Friday-Woche werden die Waren den Leuten wieder zu stark vergünstigten Preisen angeboten. Am Freitag dann der Höhepunkt der Rabattschlacht – allerdings vorwiegend in grossen Läden, Ketten und Warenhäusern wie etwa Manor, Globus und Interdiscount. Kleinere Läden in Basel, so zeigt ein Augenschein, widersetzen sich mit Nachdruck den Sale-Aktionen, die ihren Ursprung in den USA haben.

Allen voran Manuel Rieder, Mitinhaber des Modelabels Tarzan mit Läden am Spalenberg und in der Schneidergasse. Dezidiert sagt er: «Der ‹Black Friday› ist vor allem eins: ein schwarzer Tag für die Umwelt. Und ein Tag voller schlechter Kaufentscheidungen.» Enorme Abfallberge würden jedes Jahr entstehen mit Dingen, die sonst nicht gekauft worden wären und schneller im Müll landen, als man «Schnäppchen» sagen könne, so Rieder. «Oder um es kurz zu sagen: Wir machen da nicht mit.» Tarzan biete lieber «gezielte Aktionen» das ganze Jahr über an – mit Einzelstücken. 

Umsätze werden teilweise gespendet

Abgesehen von den Tarzan-Läden findet der «Black Friday» im Perimeter Spalenberg/Schneidergasse quasi nicht statt. Auch Designerin Tanja Klein macht mit ihrem Label Kleinbasel, das in der Schneidergasse zuhause ist, nicht mit. Sie wehre sich gegen das System der Entwertung. «Aber wir bleiben nicht untätig,» sagt sie zur bz. Am Freitag finde der «Colorful Friday» bei ihr im Laden statt.

Die Preise seien nicht reduziert, aber beim Kauf von ausgewählten Produkten würden 10 Prozent an das Kollektiv Fashion Revolution gespendet. Dieses setzt sich für mehr Transparenz in der Modeindustrie und für einen bewussten, nachhaltigen Konsum ein. Laut Klein würden mehrere Basler Geschäfte an dieser Aktion mitmachen.

Geschäfte stehen unter Zugzwang

Nur wenige Meter vom Kleinbasel-Geschäft entfernt befindet sich das Luxusschuhgeschäft Rive Gauche. Hier ist die Haltung eine andere: Inhaberin Gaby Gebhardt gewährt ab Freitag 30 Prozent auf ausgewählte Artikel und solche, die nur noch in einer Grösse oder schwierig zu verkaufen seien, sagt sie. «Sehen Sie, ich fände es auch schöner, es wäre alles wieder wie früher, als der Ausverkauf jeweils erst nach Weihnachten startete. Ich wünschte mir das sogar sehr. Aber ich stehe unter Zugzwang.»

Gebhardt erklärt: Wenn Labels wie Mulberry oder Balmain, von denen sie Produkte verkaufe, im Internet bereits Rabatte auf dieselben Modelle geben würden, könne sie das nicht ignorieren. «Da besteht von der Kundenseite her natürlich eine Erwartungshaltung.» Diese Erfahrung habe sie machen müssen, als der «Black Friday» vor fünf Jahren in Basel Einzug hielt. «Damals machte ich noch nicht mit, und das kam gar nicht gut an.»

Aber auch Tanja Klein verzichtet nicht ganz auf Rabattaktionen. Sie sagt, an den Adventswochenenden gewähre sie auf bestimmte Artikel Rabatt – allerdings nur den Stammkunden, also jenen, die den Newsletter abonniert haben.

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