Pensionskasse
Kleinkassen fusionieren: Heiliger Mauritius wacht über die Pensionierten der Katholischen Kirche

Die Mauritius Pensionskasse versichert neu sowohl die Mitarbeiter der St. Heinrich-Stiftung als auch die Angestellten der Katholischen Kirche im Aargau. Der Zusammenschluss verschiedener Kassen sei deshalb sinnvoll, weil das Überleben von kleinen Pensionskassen immer schwieriger wird.

Christian Mensch
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Die Mauritius Pensionskasse sei auch offen, weitere kirchennahe Einzelkassen von anderen Landeskirchen zu übernehmen.

Die Mauritius Pensionskasse sei auch offen, weitere kirchennahe Einzelkassen von anderen Landeskirchen zu übernehmen.

Keystone/ALESSANDRO DELLA BELLA

Die Mitarbeiter der Römisch-katholischen Landeskirchen von Basel-Stadt, Baselland und dem Kanton Aargau erhalten eine gemeinsame Pensionskasse. Diese Woche wurde die Mauritius Pensionskasse im Handelsregister eingetragen, ab kommendem Jahr wird sie tätig werden. Sie übernimmt die St. Heinrich-Stiftung, in der die Kirchen Baselland und Basel-Stadt sowie kirchennahe Organisationen ihre Mitarbeiter versichert haben, ebenso wie die Versicherungsleistung für die Angestellten der Katholischen Kirche im Aargau.

Domiziliert ist die Mauritius Pensionskasse bei der Basler Berag AG. Ihr Geschäftsführer Philip Sutter begründet den Zusammenschluss damit, dass es für kleine Pensionskassen immer schwieriger werde, im Alleingang zu bestehen. Die Mauritius Pensionskasse sei denn auch offen, weitere kirchennahe Einzelkassen von anderen Landeskirchen zu übernehmen.

Klein und defizitär

Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt leistet sich zusammen mit den Christkatholiken eine eigene Kasse für 500 Versicherte und einem Kapital von lediglich 156 Millionen Franken. Diese hatte im vergangenen Jahr eine Minusrendite von gut sieben Prozent, was durch einen Zuschuss von 5,6 Millionen Franken durch die Kirche als Arbeitgeberin ausgeglichen wurde. Der Deckungsbeitrag lag Ende 2016 dennoch bei 107 Prozent.

Massiv zu kämpfen hat die Evangelisch-reformierte Kirche Baselland, die der kantonalen Pensionskasse Baselland angeschlossen ist. Alleine für die letzte grosse Sanierung stottert die Kirche bis 2024 jährlich 1,5 Millionen Franken ab. Anfang Jahr bezifferte Kirchenratspräsident Martin Stingelin die Deckungslücke mit bis zu 10 Millionen Franken. Bei einer Unterdeckung würde es allerdings schwierig, bei der Mauritius Pensionskasse unterzukommen.

Denn Namensgeber der Stiftung ist nicht der barmherzige Samariter, sondern der Heilige Mauritius. Dieser war gemäss Saga christlicher Heerführer der Thebäischen Legion, der sich weigerte gegen seine Glaubensbrüder vorzugehen. Dafür erlitt er zusammen mit 6600 seiner Soldaten den Märtyrertod.