Kundgebung

Klima-Aktivisten stürmen die Credit Suisse

Credit Suisse cares for Climate? Nichts als heisse Luft!

Credit Suisse cares for Climate? Nichts als heisse Luft!

Fünf Monate ist es her seit die Polizei 19 Demonstranten verhaftet hatte. Heute fand eine weitere Aktion statt.

Rund zwei Dutzend Aktivisten der Gruppierung Collective Climate Justice betraten am Freitag am frühen Nachmittag teilweise vermummt die Filiale der Credit Suisse am Bankverein und liessen mehrere grosse Heliumballone steigen, an denen Transparente befestigt waren. Die Slogans kritisierten, dass die Grossbank sich nicht für die Klimathematik engagiere. Die Bank solle umgehend aus der Finanzierung von fossilen Energien aussteigen, forderten die Aktivisten anschliessend per Medienmitteilung und prangerten etwa die geplanten Investitionen in die Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco an.

Nach wenigen Minuten war der Spuk bereits vorbei. Die Demonstranten verliessen die Bank widerstandslos, als sie von Mitarbeitern dazu aufgefordert wurden. Kurze Zeit später waren auch die Ballone wieder von der Decke geholt. Die Credit Suisse wollte auf Anfrage die Aktion nicht kommentieren.

Aktion dürfte keine juristischen Folgen haben

Der Protest mit den an Helium-Ballonen befestigten Transparenten erinnert an einen Versuch, der vergangenes Jahr während der Uhren- und Schmuckmesse von der Polizei verhindert wurde. Der Vorfall kam vergangene Woche erneut in die Schlagzeilen, als die Aktivisten vom Basler Strafgericht vom Vorwurf des groben Unfugs freigesprochen wurden. «Die Idee mit den Ballonen war so gut, dass sich ein zweiter Versuch lohnte», sagt Frida Kohlmann von Collective Climate Justice dazu.

Die gestrige Aktion dürfte für die Aktivisten dagegen ohne Folgen bleiben. Polizei war keine vor Ort, zu Verhaftungen ist es gemäss Sprecher nicht gekommen. Das war bei der ersten grösseren Aktion der Gruppierung, zu deren Kern gemäss eigenen Angaben rund drei Dutzend Personen gehören, anders. Anfang Juli hatten Aktivisten in Zürich und Basel gegen die Grossbanken Credit Suisse und UBS protestiert. Sie errichteten am Aeschenplatz Sitzblockaden und versperrten den Zugang teilweise mit Velos und Pflanzenkübeln. In Zürich verhaftete die Polizei 64 Personen, 19 in Basel.

Die Aktivisten erhielten davon gemäss eigenen Angaben von der Staatsanwaltschaft Strafbefehle wegen Nötigung, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Bei einigen kommt noch Diensterschwerung und Hinderung einer Amtshandlung hinzu. Das Strafmass auf den Strafbefehlen reiche von 150 bis 170 Tagen Freiheitsstrafe oder umfasse 180 Tagessätze à 50 Franken. Da eine Reihe Aktivisten gegen diese Strafbefehle Einsprache einlegten, wird es zum Prozess vor dem Strafgericht Basel-Stadt kommen.

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