Klimawandel
Jeder Baum zählt: Basler Regierung sagt Klimaerwärmung den Kampf an

Der Regierungsrat hat Massnahmen gegen den Klimawandel verabschiedet und das Klimastadtkonzept beschlossen.

Nora Bader
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Basel-Stadt will unter anderem neue Grünflächen schaffen, um die Klimaerwärmung zu bekämpfen.

Basel-Stadt will unter anderem neue Grünflächen schaffen, um die Klimaerwärmung zu bekämpfen.

Archivbild: Kenneth Nars

Auch wenn der aktuelle Wetterbericht nicht danach aussieht: In Basel wird es immer wärmer. Der Klimawandel führt dazu, dass die Temperaturen nachts in der Stadt um bis zu zehn Grad höher sind als im Umland. Und während die Messwerte in der Gesamtschweiz um durchschnittlich ein Grad höher geworden sind, sind es in Basel-Stadt zwei Grad.

Um herauszufinden, welche Gebiete im Kanton besonders von Hitze betroffen sind und mit welchen Massnahmen die Situation verbessert werden kann, hatte der Regierungsrat die Ausarbeitung eines Stadtklimakonzepts in Auftrag gegeben. Das stellten die Verantwortlichen gestern vor. Involviert sind alle Departemente. Wirtschaftsdirektor Kaspar Sutter:

«Die Zustimmung der Basler Bevölkerung zum CO2-Gesetz verpflichtet auch uns, alles in unserer Kompetenz Liegende zu tun.»

Das Stadtklimakonzept zeigt nun also auf, in welchen Gebieten die Hitze und somit auch der Handlungsbedarf am grössten ist:

Sogenannte Fokusgebiete sind etwa im St.Johann, Matthäus, Klybeck und Gundeldingen. Aber auch das Stadtzentrum und Gebiete der Gemeinde Riehen sind besonders belastet von der Hitze.

Gemäss Matthias Nabholz, Leiter Amt für Umwelt und Energie, sei auch die Temperatur des Grundwassers von normalerweise 12 auf rund 16 Grad angestiegen. Alles Faktoren, die es im Auge zu behalten gelte.

Grüne und blaue Massnahmen

Die behördlich verbindliche Strategie gibt nun vor, welche Ziele bis 2030 und auch noch längerfristig erreicht werden sollen. Mit dem Energiegesetz von 2017 setzt sich der Kanton Basel-Stadt ausserdem ein messbares Klimaziel: Bis 2050 sollen die jährlichen CO2-Emissionen auf eine Tonne pro Einwohnerin und Einwohner reduziert werden (Stand 2018: 3,5 Tonnen).

Zum einen will die Regierung nun sogenannt grüne Massnahmen ergreifen, wie Kantonsplaner Martin Sandtner ausführte. Konkret sollen neue Grünflächen geschaffen werden. Weiter stehen sogenannt blaue Massnahmen an: beispielsweise das Entsiegeln von Flächen oder das Speichern von Regenwasser. Geprüft wird auch, ob und wo Sprühnebel-Anlagen aufgestellt werden sollen und welche Fassaden und Flachdächer begrünt werden können.

So ganz konkret ist das alles aber noch nicht: Das Bau- und Verkehrsdepartement wird unter anderem ein Programm mit konkreten Massnahmen für die besonders betroffenen Gebiete und ein neues Freiraumkonzept erarbeiten. Auch die aktuell geltenden rechtlichen Vorgaben wie im Bau- und Planungsgesetz sollen auf ihre Klimafreundlichkeit hin überprüft und allenfalls angepasst werden.

Noch keine genaueren Angaben zu den Kosten

Bei laufenden Arealentwicklungen und Projekten der Platz- und Strassenumgestaltung würden die Ziele einer klimaangepassten Siedlungsentwicklung von Anfang an stärker berücksichtigt, wie die Baudirektorin Esther Keller ausführte. Der Regierungsrat wird dieses neue Massnahmenpaket im Verlauf des kommenden Jahres dem Grossen Rat vorlegen.

Zu den Kosten konnte Kaspar Sutter noch keine genaueren Angaben machen. Man müsse erst die Projekte ausarbeiten. Das neue Konzept beinhaltet einen Bericht mit insgesamt 90 Massnahmen in den vier Sektoren Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft sowie Gebäude und Infrastruktur. Der Regierungsrat veröffentlichte erstmals 2011 einen Bericht über die Folgen des Klimawandels und aktualisierte diesen 2017.

Weitere Infos unter www.stadtklima.bs.ch und www.klimaschutz.bs.ch.