Stromverbrauch

Kluger Kopf auf dem Stücki-Areal: Spanier erfindet neues Strommessgerät

Kelvin ist ein Temperaturmass – und ein Messgerät. Hier in der Hand von Daniel Bermejo.

Kelvin ist ein Temperaturmass – und ein Messgerät. Hier in der Hand von Daniel Bermejo.

Eine gelungene Erfindung: Daniel Bermejo hat mit seiner Firma auf dem Stücki-Areal ein individuelles Strommessgerät entwickelt. Unternehmen können damit den Stromverbrauch besser kontrollieren.

Das Teil ist schwarz, hat die Grösse einer Zigarettenschachtel und hört auf den Namen Kelvin. Wem das etwas spanisch vorkommt, liegt nicht ganz falsch: Das kleine Gerät wird in San Sebastian in Nordspanien produziert, der Co-Erfinder und Firmengründer, Daniel Bermejo, ist Spanier, sein Kollege Juan Fuentes, ebenfalls. Definitiv nicht spanisch sind hingegen der Sitz und Name ihrer Firma: Visionarity ist im Technologiepark im Stücki-Areal domiziliert, dem Hotspot für Firmenneugründungen in Basel.

Am Anfang ein Ärgernis

Kelvin ist nichts anderes als ein kleiner, individueller Stromzähler, der Elektrogeräten vorgeschaltet werden kann. Es ist nicht für Privatpersonen, sondern für Firmen gedacht, die den Stromverbrauch reduzieren wollen.

Dem quirligen Daniel Bermejo (37), ist die Freude ins Gesicht geschrieben: Als erste Firma hat Google angebissen, unbestritten eine erstklassige Referenz. «In zwei Wochen werden wir die erste Serie von 20 Geräten zu Google nach Zürich schicken.» Insgesamt sollen alle 400 Arbeitsplätze mit diesen Apparate versehen werden. Roche, Novartis und AT&T hätten lebhaftes Interesse bekundet.

Stromrechnung gab die Idee

Wie fast bei jeder guten Geschäftsidee stand am Anfang ein Mangel, ein kleiner Ärger. «Ausgangspunkt waren die hohen Stromrechnungen hier im Technologiepark. Genauer: Es gab keine individuelle Abrechnung. Während wir lediglich unsere Computer laufen haben, die wir am Abend brav abstellen, gibt es auch Laborbetriebe, deren Geräte Tag und Nacht in Betrieb sind. Das ist nicht fair», sagt Bermejo, der zuvor bei Roche in der IT-Abteilung arbeitete.

«Dann haben wir realisiert, dass wir noch einen Schritt weiter gehen können», so Bermejo. Firmen seien zwar interessiert, Strom zu sparen und künden das auch auf ihren Homepages gross an.
Doch Mitarbeiter hätten in der Regel keine Veranlassung, sich sparsam zu verhalten. Mit Kelvin soll das möglich sein, und zwar auf eine spielerische Art: Die individuelle Stromverbrauchszahl wird auf einen Server übermittelt, und ein Programm ermittelt den sparsamsten Mitarbeiter. Dieser könnte von der Firma eine Belohnung erhalten. Zudem könne jeder sehen, wo er in der Rangliste des Stromverbrauches stehe. Ein Nachteil ist, dass ein Mitarbeiter seinen Stromkonsum nur teilweise beeinflussen kann. Es liegt beispielsweise an der Firma, sparsame Geräte einzusetzen.

Ausserdem funktioniert das System natürlich nur, wenn alle Mitarbeitenden in etwa dieselbe Arbeit verrichten. Die entsprechend raffinierte Software würde dafür sorgen, dass beim Spiel nicht betrogen werde. Garant dafür sei der Mitgründer Carl Woffenden, ein IT-Spezialist und ehemaliger Softwareentwickler für die Spielefirma Sega. Von der ersten Idee bis zur ersten Lieferung hat es gerade mal elf Monate gedauert. Selbstredend sind die Geräte nun auch im Technologiepark installiert.

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