Wie die bz gestern exklusiv berichtete, suchen Novartis und BASF Käufer für ihr 300'000 Quadratmeter grosses Klybeck-Areal. Der Anwohner-Verein Zukunft Klybeck, der sich für die Mitsprache der Bevölkerung bei der Quartierentwicklung engagiert, sieht das nicht nur negativ. Vorstandsmitglied Christoph Moerikofer sagt: «Es kommt sehr darauf an, wer das Gelände kauft. Es kann auch positiv sein. Schliesslich sind Novartis und BASF keine Stadtentwickler.»

Warnung vor grossen Investoren

Sein Vorstandskollege Christian Mueller ergänzt:«Allerdings wäre es eher beunruhigend, wenn das ganze Gelände an nur wenige grosse Investoren verkauft werden sollte.» Vor allem, falls dies zu einem hohen Quadratmeterpreis geschehe, werde der Preis weiter steigen. Er fordert: «Darum plädieren wir dringend dafür, dass der Kanton möglichst viel Land selber erwirbt, um es der Spekulation zu entziehen.»

Moerikofer erinnert daran, dass es bisher stets das Anliegen der Bevölkerung gewesen sei, das neue Quartier nachhaltig zu entwickeln. Er ist überzeugt: «Wenn es Schweizer Investoren sind, ist die Chance auf einen Dialog eher gegeben als bei einem internationalen Konzern.»
Ein Investor, der diesen Vorstellungen entsprechen könnte, wäre die Basler Stiftung Habitat. Sie engagiert sich für eine «wohnliche Stadt und bezahlbare Mieten», wie es auf der Homepage heisst, und ist verantwortlich für die Arealentwicklungen Erlenmatt Ost oder Lysbüchel Ost.

Habitat könnte Arealteil kaufen

Geschäftsführer Klaus Hubmann schreibt: «Wir sind sehr interessiert, wie sich das Umfeld entwickelt, und bereit, hier als mögliche weitere Grundeigentümer das Klybeck neu mitzugestalten. Mit der Aktienmühle haben wir mitten im Klybeckplus-Areal seit Jahren eine Nutzung aufgebaut.» Für eine Erweiterung rund um das Projekt habe man seit Beginn Interesse und Offenheit gezeigt.

Die Zwischennutzung von drei mehrgeschossigen BASF-Gebäuden mit insgesamt 5500 Quadratmetern hat bereits im Dezember begonnen und ist vorerst auf fünf Jahre beschränkt. Bis Januar ziehen die ersten 60 Mieter ein.

Betreut und begleitet wird sie vom Verein «Unterdessen». Mitglied Pascal Biedermann will sich zur jüngsten Entwicklung nicht äussern. «Wir sind nur für die Zwischennutzung zuständig, in Fragen der Entwicklung mischen wir uns nicht ein.» Den Fünfjahres-Vertrag für die BASF-Gebäude sieht er als ungefährdet an.

Auskunftsfreudiger ist Nora Roth. Sie engagiert sich im Vorstand des Vereins, in dem sich die Künstler organisiert haben, die ihre Ateliers in der Kaserne aufgrund der dortigen Neugestaltung verloren haben. 30 Künstlerinnen und Künstler haben eine neue Heimat im BASF-Gebäude gefunden. Roth erzählt: «20 von ihnen waren vorher in der Kaserne. Wir haben immer noch eine Riesen-Warteliste.»

Sie ist erbost darüber, dass der Kanton die Künstler bei der schwierigen Suche nach Ateliers nicht unterstützt habe. «Jetzt können wir zum Glück aufatmen und endlich wieder arbeiten.» Roth geht davon aus, dass der Fünf-Jahres-Vertrag eingehalten wird. Es sei zu früh, um sich Sorgen zu machen. Am liebsten würde man länger bleiben. Der neuen Situation kann sie auch Positives abgewinnen: «Vielleicht gibt es eine Chance, einen Investor zu finden, der uns unterstützt.»

Zukunft Klybeck plädiert dafür, dass weitere bereits leer stehende Flächen und Gebäude so schnell wie möglich für Zwischennutzungen zugänglich gemacht werden. Den bisher kommunizierten Anteil von 10 bis 15 Prozent an gemeinnützigem Wohnraum hält der Verein für zu wenig. Mueller präzisiert: «Es sollten 50 Prozent sein. Das Areal soll zum Scharnier für das Matthäus und Klybeck werden, nicht zum Hochpreis-Riegel.»