Der Vorstoss wollte die Regierung prüfen und berichten lassen, ob mittels Sprachquoten dominante Fremdsprachen in den Klassen zu vermeiden wären. Im Zuge der Verlängerung der Primarschule von vier auf sechs Jahre ab August wegen HarmoS müssten die Basler Schulkreise ohnehin neu gezeichnet werden.

Konkret sollte gemäss Anzug keine Fremdsprache mehr als 30 Prozent einer Klasse ausmachen, und mindestens 30 Prozent der Schüler sollten Deutsch sprechen. Die Regierung war gegen den Vorstoss. Das Parlament war sich uneins; nach einem 34-zu-34-Patt sorgte der Grossratspräsident (LDP) mit seinem Stichentscheid am Ende für die Ablehnung.

Die SP verwahrte sich gegen Unterstellungen, man wolle Kinder quer durch die Stadt karren lassen; im Gegenteil sollten Kinder zu Fuss zur Schule gehen können. Aus dem Kleinbasel zögen heute Familien wegen fehlender Durchmischung an den Schulen weg; da müsse man etwas tun, sagte eine türkischstämmige Grossrätin des Grünen Bündnisses.

Fronten unklar

Die Gegnerschaft des Anzugs räumte ein, dass die Durchmischung an der Schule ein Problem sei. Aber Basel-Stadt tue schon viel, insbesondere bei der Frühförderung, und auch die Wohnbauplanung sei hilfreich. Eine Bündnis-Grossrätin warnte aber, Fremdsprachige zur Quelle des Problems zu machen; das sei "gefährlich".

Würden die Vorschläge umgesetzt, profitierten bloss Privatschulen, für die nicht alle Eltern die Mittel hätten, und Baselland, wo betroffene Eltern hinzögen, warnten FDP und LDP. Mehrere Voten zweifelten an, dass die Quoten ohne logistischen Aufwand umzusetzen wären, etwa im Kleinbasel mit seinem hohen Fremdsprachigen-Anteil.

Ein CVP-Sprecher verwies auf den Hochschulerfolg seiner drei Kinder aus dem Gundeldingerquartier mit hohem Migrationsanteil; das jüngste sei gar das einzige deutschsprachige Kind in seiner Primarschulklasse gewesen. Auch Erziehungsdirektor Christoph Eymann hatte das Parlament gebeten, das Thema unaufgeregt zu behandeln.