z'Rieche
Knatsch in Riehen – Kulturgut steht vor dem Aus

Die Stiftung «z’Rieche», die das Jahrbuch herausgibt, soll aus dem Leistungsauftrag der Gemeinde für die kommenden vier Jahre gestrichen werden. Das Buch soll somit in der gedruckten Form verschwinden. Die SP zeigt sich in einer Mitteilung empört und sieht die Streichung als einen Angriff auf eine Riehener Institution.

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Das Jahrbuch zeigt Bilder von damals und von heute.

Das Jahrbuch zeigt Bilder von damals und von heute.

Die Sachkommission für Publikumsdienste, Behörden und Finanzen will den Jahresbeitrag von 127'000 Franken an die Stiftung «z’Rieche», die das Jahrbuch herausgibt, aus dem Leistungsauftrag der Gemeinde für die kommenden vier Jahre streichen. Das Jahrbuch soll in der gedruckten Form verschwinden. Der Einwohnerrat diskutiert am Mittwoch über den Leistungsauftrag. Die Streichung sei ein an «kultur- und gesellschaftspolitischer Kurzsichtigkeit kaum zu überbietender Angriff auf eine Riehener Institution», empört sich die SP in einer Mitteilung. Das Jahrbuch habe eine Bedeutung weit über das immer wieder überzeugende Endprodukt hinaus und sei wichtig für den Zusammenhalt in Riehen.

Keine Chronologie mehr

Das Jahrbuch wird seit 1961 herausgegeben und wurde in den letzten Jahren inhaltlich stark verändert. «Es entspricht nicht mehr dem, was wir unter einem Jahrbuch verstehen», kritisiert die Sachkommission. «Früher war das Jahrbuch eine Chronologie und Historie über die Ereignisse in Riehen. Heute geht es vielmehr um kulturelle und soziale Aspekte», sagt Kommissions-Präsident Patrick Huber (CVP) auf Nachfrage. Die Kommission fordert den Gemeinderat auf, mögliche Alternativen vorzuschlagen. «Es sollte ein Jahrbuch in abgespeckter, günstigerer Form sein. Und sicher auch mit einer elektronischen Version.»

In den vergangenen Jahren wurden jeweils 800 Exemplare gedruckt. Die grosse Mehrheit wird verschenkt. «Die Gemeinde subventioniert also jedes produzierte Exemplar mit fast 160 Franken, wobei trotz der Anstrengungen, die Bücher gratis abzugeben, immer wieder viele Exemplare übrig bleiben», moniert die Kommission. Alt Gemeindepräsident und Stiftungspräsident Willi Fischer (EVP) widerspricht vehement. «Das Verschenken der Bücher gehört zum guten Sinn der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde. Damit kann Riehen zeigen, wie das Dorf tickt.» Über Ausgestaltung und digitale Erscheinungsform könne man diskutieren, findet Fischer. «Aber mit diesem Streichungsantrag ist das Jahrbuch in der Existenz bedroht. Wer weiss, ob der Gemeinderat eine Alternative vorschlägt?» (TGF)