Dreiland

Knatsch mit Rom spielt keine Rolle am gemeinsamen Kirchentag

Gottesdienst zum Abschluss des 3. trinationalen Kirchentags am 29. Mai 2011 im Basler Münster.

Gottesdienst zum Abschluss des 3. trinationalen Kirchentags am 29. Mai 2011 im Basler Münster.

Der vierte Trinationale Kirchentag, der am heutigen Samstag, 24. Mai, in Lörrach stattfindet, überschreitet gleich zwei Mal die Grenzen. Die der Staaten und die der Konfessionen, handelt es sich doch um einen ökumenischen Anlass.

Der reformierte Pfarrer Markus Wagner, Mitglied der Steuerungsgruppe, betont: «Wir haben den gleichen Glauben und die gleichen Sorgen», dogmatische Fragen würden da keine Rolle spielen.

Überhaupt laufe die Ökumene vor allem an der Basis: «Es werden gemeinsam Gottesdienste und auch Abendmahl gefeiert. Der Knatsch, den wir haben, wenn Rom mauert, dringt gar nicht nach unten durch», präzisiert Wagner.

1. Advent trinational gefeiert

Die Initiative für den trinationalen Tag der Kirchen am Rheinknie, der dieses Jahr das vierte Mal stattfindet, ging von der Schweiz aus. «Schon seit dem Jahr 2000 feiern wir den 1. Advent mit einem trinationalen Gottesdienst im Münster. Der Rhein verbindet uns.» Deshalb wollte man die Kontakte mit den Nachbarn ausbauen.

Trinationale Kirchentage gab es bisher 2003 in Lörrach, 2007 in Mulhouse und 2011 in Basel. Der letzte Anlass in Basel war ein grosser Erfolg. «Wir hatten mit 4000 Teilnehmern gerechnet. Es kamen schliesslich 6500», erinnert sich Wagner. Für dieses Jahr hofft er auf 6000. Das sei allerdings spekulativ. «Wahrscheinlich werden die meisten aus Südbaden kommen, aber wir haben sehr breit und weit eingeladen», sagt Wagner.

Grosser Mitgliederschwund

Insbesondere die evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt hat in den letzten Jahrzehnten massiv an Mitgliedern verloren und zählt noch um die 30'000. Grund dafür dürfte neben der Demografie und der Höhe der dortigen Kirchensteuer auch sein, dass diese in Basel von den Kirchen erhoben wird. Während in Deutschland die Kirchensteuer mit der Lohnsteuer vom Staat eingezogen wird, macht dies im Baselbiet die Gemeinde.

Mit knapp 95'000 Reformierten zählen diese im Kanton Basel-Landschaft rund 19'000 mehr Gläubige als die Katholiken. In Basel und stadtnahen Gemeinden ist das Verhältnis zwischen den Konfessionen ausgeglichen, ähnlich sieht das in Südbaden aus, wo im Kirchenbezirk Markgräflerland 77'600 Protestanten und 68'000 Katholiken leben.

Im Elsass hingegen sind die Protestanten für französische Verhältnis zwar stark präsent, befinden sich aber dennoch eindeutig in der Minderheit. In Elsass Lothringen beträgt der Anteil der Reformierten 17 Prozent. Im Elsass stehen sie 1,3 Millionen Katholiken gegenüber.

Markus Wagner zeigt sich überzeugt, dass die Kirchen dem Mitgliederschwund keinesfalls hilflos ausgeliefert sind. «Das beste Mittel gegen die Austritte ist, dass wir solide, glaubwürdige Arbeit machen und unkompliziert nahe bei den Menschen sind.» Gelegenheiten dafür ergeben sich zum Beispiel bei Taufen, Hochzeiten oder auch Bestattungen.

Zu den Leuten geht auch der Kirchentag. Erstmals findet dieser nämlich nicht an einem Sonntag statt, sondern an einem Samstag, an dem es in Lörrach schon aufgrund des Marktes vor Menschen und Besuchern aus der Schweiz wimmelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Fülle von Veranstaltungen und Angeboten, auch dies ein Novum, bei Programmpunkten für Kinder und Jugendliche.

4. Tag der Kirchen am Rheinknie, 24. Mai, 9.30 Uhr bis 20.30 Uhr mit abschliessendem Rockkonzert. Lörrach, Marktplatz und umliegende Plätze.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1