Zirkus

Knie bringt Kabarett und Zaubertricks in die Manege

Michel Gammenthaler als Hellseher Dimitri Banocek.

Michel Gammenthaler als Hellseher Dimitri Banocek.

Kabarettist Michel Gammenthaler begleitet den Zirkus Knie auf seiner diesjährigen Tournee. Vom 8. bis zum 20. Juni steht die Manege auf der Basler Rosentalanlage. Der Künstler freut sich auf Begegnungen mit dem Basler Zirkuspublikum.

Verschmitzt blickt Dimitri Banocek alias Michel Gammenthaler in die Augen seines Publikums im Basler Hotel Teufelhof. «Ich kann Ihre Gedanken lesen», sagt der selbst ernannte Hellseher geheimnisvoll. Flink zerreisst er eine Zeitung, lässt die bz-Journalistin einen Schnipsel ziehen und weiss auch schon, welches Wort darauf steht.

Nach der erstaunlichen Zaubereinlage wechselt der Künstler vom Hellseher-Slang zu perfektem Deutsch und dann zu breitem Zürcher Dialekt. «Das Zirkusleben saugt mich auf», schwärmt Gammenthaler, der momentan als Gastkomiker mit dem Circus Knie unterwegs ist. Der 39-Jährige geniesst das Zirkusleben. «Der Geruchsmix aus Popcorn und Sägemehl wirft mich zusammen mit den Orgelklängen um 25 Jahre zurück», erzählt er und erinnert sich an seine Kindheit.

Michel Gammenthaler und das Mirakel des erscheinenden Glases

Michel Gammenthaler und das Mirakel des erscheinenden Glases

Schon früh hat der Künstler seine Faszination für die Zauberei entdeckt: «Ich wusste bereits mit sieben Jahren, dass ich Zauberer werden will.» Als der Zauberkasten seiner Cousine langweilig wurde, habe er sich in Zauberbuchläden mit Fachliteratur eingedeckt. «Später habe ich auch vernünftige Berufe ausprobiert, doch die haben mich nicht glücklich gemacht.»

Mit 40 Jahren bereits ein Greis

Peter Küchler, Medienverantwortlicher des Circus Knie, freut sich auf den Auftritt des Gastkomikers: «Er wird im wahrsten Sinne des Wortes das Publikum verzaubern», macht er lächelnd Werbung. Ein explizites Highlight im zweieinhalbstündigen Zirkusprogramm kann Küchler nicht nennen. «Es gibt jedoch einzelne Künstler, die beim Publikum speziell gut ankommen», erzählt er.

Die Tänzerin Valérie Inertie mit ihrem riesigen Ring, dem sogenannten «Roue Cyr», ist eine davon. Aber auch die beiden kubanischen Artisten am Vertikalmast, Leosvel und Diosmani, sowie der Jongleur Semeon Krachinov zählen zu den Publikumslieblingen des diesjährigen Programms. «Der jongliert mit einem unglaublichen Tempo», gerät Küchler ins Schwärmen, «und das sogar mit den Füssen».

Auch Gammenthaler mag den 25-jährigen Jongleur besonders gut. Jonglieren ist denn auch die Zirkussparte, die er selbst am liebsten ausführen würde. Da er weder Handstand noch Salto aus dem Stand könne, komme für ihn sowieso nichts anderes infrage. «Mit meinen knapp 40 Jahren bin ich hier schon ein Greis», sagt der Komiker und lacht.

Reaktionen aus dem Publikum

Der Zürcher freut sich sichtlich auf die Auftritte in Basel. «Ich habe die Basler ‹uu gärn› als Publikum», erzählt er, «die geben Gas.» Dann fügt er schmunzelnd an: «Meine Unzulänglichkeit als Zürcher ist mir aber durchaus bewusst.» Die Reaktionen aus dem Publikum sind es denn auch, die den Magier faszinieren.«Jeder Tag ist anders, ich darf improvisieren und aufs Publikum eingehen. Das ist die Stärke eines Live-Anlasses», erklärt er die Freude an seinem Beruf.

Bei seinen Darbietungen wird er wie so oft auch Zuschauer auf die Bühne bitten. Angst vor einem blamablen Auftritt vor 2000 Leuten müssen die Zirkusgänger aber nicht haben. «Ich mag es nicht, wenn Komiker ihre Mitspieler aus dem Publikum zu Opfern machen», beschwichtigt Gammenthaler.

Nächsten Donnerstag beginnen die Verantwortlichen mit dem Zeltaufbau auf der Rosentalanlage, damit bei der Premiere am Freitag auch alles wie am Schnürchen klappt. Denn: «Die Premiere ist speziell wichtig. Als Auftakt ist sie repräsentativ für die weiteren Vorstellungen», bringt es Küchler auf den Punkt.

Der Circus Knie gastiert in Basel vom 8. bis 20. Juni auf der Rosentalanlage.

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