Eine bakterielle Infektion zeigt sich durch einen plötzlichen Anstieg von Procalcitonin im Blut eines Patienten. Dieses Molekül ist eine Vorstufe eines Schilddrüsenhormons und ist bei Gesunden kaum oder gar nicht nachweisbar, wie die Uni Basel am Montag mitteilte.

Anhand dieses Biomarkers können Mediziner feststellen, ob es sich um eine bakterielle Entzündung handelt und somit der Einsatz von Antibiotika überhaupt sinnvoll ist. Vor allem bei Atemwegsinfektionen sei die Abgrenzung zwischen bakterieller und viraler Infektion oft schwierig, hiess es weiter.

Mithilfe der Procalcitonin-Werte lässt sich eine Antibiotikatherapie um knapp ein Drittel verkürzen. Soviel war bereits bekannt, unter anderem dank Studien aus Basel.

Forschende um Philipp Schuetz von der Uni Basel und dem Kantonsspital Aarau haben in zwölf Ländern erhobene Daten von 6708 Patienten mit Atemwegsinfektionen nun neu ausgewertet, um herausfinden, ob die Therapieplanung mit dem Biomarker auch hilft, die Sterberate der Patienten zu senken.

Wie die Wissenschaftler im Fachblatt «The Lancet Infectious Diseases» berichten, sank die Sterberate der Patienten dank der Therapieplanung mit Procalcitonin, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, bei der nur klinische Kriterien über den Antibiotikaeinsatz entschieden. Demnach reduzierte sich die Sterberate um 14 Prozent, wenn der Biomarker zu Rate gezogen wurde. Ebenso nahmen Nebenwirkungen der Antibiotika um 25 Prozent ab.