Gegen den geplanten Neubau der Kuppel im Nachtigallenwäldeli keimt heftiger Widerstand auf: Das neu gegründete Komitee «Zolli-Eingang auf die Heuwaage» torpediert den Neubau des Kulturtempels. Hinter dem Komitee stehen bekannte Gesichter: So beispielsweise Hans Rudolf Bachmann, Geschäftsführer der Vereinigung für eine Starke Region Basel, der Architekt und Kunstmäzen Matthias Eckenstein und der ehemalige WWF-Mitarbeiter Dieter Stumpf.

Die letzten beiden wehrten sich im Jahr 2003 bereits erfolgreich gegen das Multiplex-Kino auf der Heuwaage und vier Jahre später gegen den Neubau des Stadtcasinos. Eckenstein setzte sich bis Ende September zudem vehement für den Erhalt der Binninger Schlossmauer ein. Und nun folgt der nächste Streich.

Grund für die Gegenwehr der Zolli-Aktionäre: «Wir müssen das Gebiet vollumfänglich dem Zolli zur Verfügung stellen. Der Zolli kann sich nicht bis zur Heuwaage ausdehnen, wenn mittendrin ein öffentlich zugängliches Gebäude steht», bestätigt Hans Rudolf Bachmann Informationen der Basellandschaftlichen Zeitung.

Derzeit befindet sich der Ratschlag zur Aufwertung der Heuwaage und des Nachtigallenwäldeli – nach etlichen Turbulenzen und Verzögerungen – in der Bau- und Raumplanungskommission des Grossen Rats. Dass die Basler Regierung mit Simon Lutz, dem Besitzer von Kuppel, Annex und Acqua, einen 30-jährigen Baurechtsvertrag abschliessen möchte, will das Komitee nicht hinnehmen: «Der Pachtvertrag mit der Kuppel für 30 Jahre würde die Ausdehnung des Zolli auf Jahrzehnte blockieren. Die Regierung hat diesen Aspekt zu wenig beachtet», findet Bachmann.

Zolli will Kuppel-Neubau

Der Widerstand richtet sich laut Bachmann nicht gegen den Kuppel-Neubau an sich. «Wir haben nichts gegen die Leute der Kuppel. Aber für den Neubau kann man leichter einen neuen Standort finden als für den Zolli.» Junge Leute seien mobiler als Familien mit Kind und Kinderwagen. Für Kuppelbetreiber Simon Lutz, der seit Jahren mit allen Kräften auf das zehn Millionen Franken teure Projekt hinarbeitet, sind die neusten Entwicklungen ein Schlag ins Gesicht: «Das ist unerfreulich und befremdend.»

Der Vorschlag zur Umgestaltung des Nachtigallenwäldeli sei ja gemeinsam mit dem Zolli erarbeitet worden. Lutz befürchtet nun erneute Verzögerungen. «Ich hoffe, dass das Komitee keine wirkliche Bedrohung für unser Projekt darstellt.»

Auf die Frage, ob das Komitee allenfalls ein Referendum ergreifen möchte, antwortet Bachmann: «Ich denke nicht, dass ein Referendum nötig ist. Wir trauen der Kommission zu, dass sie eine Lösung im Interesse des Zolli und der Stadt findet.»

Fragt sich nur, wie das Interesse des Zolli konkret aussieht. Dessen Sprecherin Tanja Dietrich meint nämlich: «Der Zolli will das Nachtigallenwäldeli langfristig gemeinsam mit den Verantwortlichen der Kuppel nutzen.» Das sei von Anfang an so vorgesehen gewesen. «Das Komitee vertritt nicht die Meinung des Zolli. Das weiss es auch», meint Dietrich zudem.