Kommentar
Basel muss den Bundesrat aus dem Tiefschlaf wecken

Es gibt in Basel-Stadt weiterhin Bars, die Lachgas anbieten und das Narkosemittel damit zweckentfremden. Greifende Regeln oder Massnahmen fehlen. Der Kanton muss darum erneut beim Bund vorstellig werden.

Silvana Schreier
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In Frankreich ist die Abgabe und der Verkauf von Lachgas an Minderjährige sowie in Clubs, Bars und an öffentlichen Festen verboten. Basel-Stadt kann sich vorstellen, eine vergleichbare Regelung einzuführen.

In Frankreich ist die Abgabe und der Verkauf von Lachgas an Minderjährige sowie in Clubs, Bars und an öffentlichen Festen verboten. Basel-Stadt kann sich vorstellen, eine vergleichbare Regelung einzuführen.

Symbolbild: Keystone

Noch kein Jahr ist es her, dass ein 18-jähriger Autolenker im Baselbiet tödlich verunfallte. Zuvor hatte er in Basel gefeiert – und Lachgas konsumiert. Der Fall schreckte auf und zog Razzien in Basler Bars nach sich. Doch noch immer fehlen eine greifende Gesetzgebung oder mindestens einschränkende Massnahmen.

Mit einer Standesinitiative sollte nun ein Lachgas-Verbot erreicht werden. Dabei ist klar: Ein solches ist weder praktikabel noch zielführend. Der Grosse Rat entschied am Mittwoch darum richtig und lehnte den Antrag von Seiten der SVP ab. Doch nun braucht es weitere politische Vorstösse. Denn der Bundesrat machte kürzlich klar: Er will die Situation beobachten, denn ein flächendeckendes Problem mit Lachgas sei nicht zu erkennen. Schweizweit gesehen seien die Fälle marginal.

Das mag aus Sicht des Bundesrats stimmen. Gleichwohl gibt es in Basel die Fälle von jungen Menschen, die sich in Bars und Clubs mit dem Narkosemittel berauschen. Und auch Zürich kennt die Problematik mit dem Rauschmittel, das problemlos online gekauft werden kann.

Die Basler Politik ist damit angehalten, weiter Druck auf Bundesbern auszuüben. Dafür ist das Mittel der Standesinitiative genau richtig: Damit kann Basel-Stadt die Thematik erneut einbringen und dafür sorgen, dass der Bundesrat ähnlich dem eigens erlassenen Gesetz in Frankreich eine griffige Lösung sucht.

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Trudi Tell

Alle einschlägigen Studien zeigen, dass Lachgas nicht gesundheitsschädigend ist – ganz im Gegenteil zum Beispiel zu Alkohol. Also wo ist das Problem? Woher nur kommt dieser ewige Verbotsreflex? Falls das Problem sein sollte, dass einmal ein verladener Autofahrer einen Unfall gebaut hat, ja, dann müsste man aber stante pede als erstes sämtlichen Alkohol verbieten. (Dass Lachgas ein Treibhausgas ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.)