Kommentar
Das Kunstmuseum ist eine Grossbaustelle

Das Basler Kunstmuseum ist nicht nur baulich, sondern auch betrieblich sanierungsbedürftig. Doch so laut mag dies niemand sagen.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Als wärs ein x-beliebiges Geschäft. So teilte das Basler Baudepartement mit, dass für die weitere Sanierung des Basler Kunstmuseums ein Planerteam gefunden worden sei. Dabei handelt es sich um ein 100-Millionen-Franken-Unterfangen, das die Perle unter den Basler Museen für sicher fünf Jahre zur Grossbaustelle macht – und nicht sicher ist, ob es in dieser Zeit überhaupt durchgängig offengehalten werden kann.

Es macht den Anschein, als hätte die Tiefstapelei System. Und dafür gäbe es gute Gründe. Zum einen erfolgt die Sanierung um Jahre verspätet. Zum anderen wird sie wohl um die 20 Millionen Franken teurer, als einst prognostiziert. Zum dritten ist darin sorgsam verpackt eine versuchte Korrektur: Mit ihr werden die betrieblichen Schwächen kompensiert, die sich die Stadt mit dem konzeptionell schwierigen Erweiterungsbau eingehandelt hat.

Dass nun die gleichen Architekten korrigieren, was an Schwäche durch ihren Bau entstanden ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Aber vielleicht ist dies ohnehin die richtige Haltung, um die Arbeiten von Regierung und Basler Verwaltung bei dieser Grossbaustelle kritisch zu begleiten.

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