Kommentar
Es klappt ja doch mit der Abkühlung

Die Aktion des Stadtraumfestivals Flâneur mit den Sprühnebelduschen lässt den Kanton Basel-Stadt ziemlich blöd dastehen, findet unsere Autorin.

Rahel Empl
Rahel Empl
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Nicht nur Kinder haben ihre Freude an der neuen Sprühnebeldusche auf der Pfalz.

Nicht nur Kinder haben ihre Freude an der neuen Sprühnebeldusche auf der Pfalz.

Nicole Nars-Zimmer

Die Zukunft ist jetzt. Während in den vergangenen Jahren, ja Jahrzehnten, vor den Auswirkungen des Klimawandels bloss gewarnt wurde, wurden sie in diesem Sommer brutal spürbar. Gerade in Basel ist die Hitze an gewissen Tagen schier unerträglich. Da kommen die Sprühnebelduschen in der Innenstadt gerade recht.

Eine höchst willkommene Aktion des Stadtfestivals Flâneur, lechzen wir doch alle nach Abkühlung. «Geht doch!», möchte man da erfreut rufen. Denn es handelt sich auch um eine Aktion, die den Kanton ziemlich blöd dastehen lässt.

Er hat die Baslerinnen und Basler bis dato nämlich auf dem Trockenen sitzen lassen: Die Behörden brauchen nicht weniger als zweieinhalb Jahre, um ein solch triviales Projekt – es geht hier um die Installation von ein paar Duschen, nicht um die Planung eines neuen Quartiers! – umzusetzen. Man wolle keine Schnellschüsse und ein Gesamtpaket an Massnahmen gegen die Hitzebelastung, so der Tenor.

Ein überlegtes, bedachtes Vorgehen ist im Grunde ja zu begrüssen. Angesichts der Dringlichkeit des Hitzethemas aber muss der Kanton jetzt mal Bürokratie Bürokratie sein lassen. Impulsiver handeln auch, mutiger werden, Meldeverfahren und Bewilligungsprozesse vereinfachen. Genug Feuer unterm Hintern dürften die Angestellten der Verwaltung in diesen Tagen doch haben.