Kommentar
Suche den Baselbieter ‒ und Du findest ihn in der Stadt: Der Expansionskurs der BLKB

Hans-Martin Jermann
Hans-Martin Jermann
Merken
Drucken
Teilen
Im Herzen der Stadt angekommen: Die neue Niederlassung der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) am Basler Barfüsserplatz.

Im Herzen der Stadt angekommen: Die neue Niederlassung der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) am Basler Barfüsserplatz.

Georgios Kefalas / Keystone

Anfang 2020 eröffnete die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) am Barfüsserplatz, im Herzen Basels, ihre erste Stadtfiliale. Im Herbst kündigte die BLKB an, ihr bestehendes Sponsoring des Theaters Basel stark auszubauen. Gestern folgte der nächste Streich von BLKB-Chef John Häfelfinger: eine Partnerschaft mit der Fondation Beyeler. Damit ist die grundsolide, doch oft als bieder belächelte Landbank endgültig im Herzen der Basler Hochkultur angelangt.

Der Vorstoss der BLKB wird bei der grösseren Schwesterbank BKB manchen provozieren. Dabei dürfte dieser weniger auf das zwar grosse, aber vage Potenzial neuer Stadtkunden als vielmehr auf das Stammpublikum im eigenen Kanton zielen. Häfelfinger, der Stadtbasler Chef der Landbank, weiss: Suchst Du den Baselbieter, findest Du ihn in der Stadt. Zehntausende pendeln täglich über die Kantonsgrenze zur Arbeit, verbringen hier ihre Freizeit und besuchen städtische Kultureinrichtungen. Nicht für alle Baselbieterinnen und Baselbieter, aber für einen Grossteil ist Basel das natürliche Zentrum ihres Lebensraums – nicht Liestal, nicht Sissach.

Die Expansion der BLKB wird gerne als Symbol für den Stadt-Land-Konflikt gedeutet. In Tat und Wahrheit folgt diese aber nüchterner Marketing-Logik. Derlei von Ideologie befreites betriebswirtschaftliches Denken tut angesichts der politischen Eruptionen zwischen Stadt und Land in der Coronakrise für einmal wohl: Kantonsgrenzen spielen darin schlicht keine Rolle.