Kommentar
Wieder ein Wendepunkt in der Corona-Krise

Die Fallzahlen steigen wieder und die Steinenvorstadt in Basel ist erneut im Fokus. Was haben wir aus dem bisherigen Pandemie-Verlauf gelernt?

Patrick Marcolli
Patrick Marcolli
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Festmeile und Fokus in der Pandemie: Die Steinenvorstadt in Basel.

Festmeile und Fokus in der Pandemie: Die Steinenvorstadt in Basel.

Bild: Kenneth Nars

Man mag es kaum noch lesen, hören, sehen. Wir haben in der Corona-Pandemie wieder eine Phase der Krise erreicht. Erneut wird sich in den nächsten Wochen entscheiden, wie sich unser Leben im Herbst und frühen Winter gestalten wird. Oder korrekter gesagt: Wie die Politik uns unser Leben gestalten lassen wird.

Geschichte wiederholt sich nie Eins-zu-Eins, dennoch ist die Frage nach den «Learnings» aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie berechtigt. Kleine Fortschritte sind zu beobachten. Zum Beispiel die impfbedingte Abkehr vom Inzidenzwert zugunsten der Belegungsquote von Spitalbetten, welche die reale Gefahr des Virus zeigt und nicht bloss angstmacherische Zahlenspielerei ist. Kurzzeitig hatte man gar das Gefühl, wir kämen darum herum, dass sich der Konflikt zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften zuspitzt. Fehlanzeige. Das wird zu einer riesigen Belastung für unsere liberale Gesellschaft werden.

In der kleinen Stadt Basel wiederum macht die Steinenvorstadt als Tummelplatz der Corona-Unvernünftigen wieder unrühmlich von sich reden. Manche mögen bedauern, dass der regierungsrätliche Hotspot-Erlass für die Strasse wenige Tage vor dem «Spreader» aufgehoben worden war. Aber hätte sich angesichts des kollektiven Fussballtaumels etwas geändert? Die Vermutung bleibt im Raum, dass der demokratiepolitische Schaden des Erlasses so oder so deutlich höher gewesen ist als sein kurzfristiger epidemiologischer Nutzen.