Seit bald 50 Jahren diskutiert Basel darüber, ob, wann und wo man ein überdachtes 50-Meter-Schwimmbecken bauen könnte. Ein solches ist Voraussetzung für Schwimmtraining auf internationalem Niveau. Basel hat mit dem «Rialto» nur ein einziges öffentliches Hallenbad und dessen 25-Meter-Becken ist chronisch überfüllt.

Das Innenbecken im Joggeli, das von der Universität, der Gewerbeschule und den Schwimmvereinen genutzt wird, dient während der Swiss Indoors, also mitten in der Wettkampfsaison der Schwimmer und Wasserballer, für einen Monat als Medienzentrum. Lösungsvorschläge gab es immer wieder, aber selbst der kostengünstigste, das Aussenbecken des Sportbads St. Jakob mit einer Ballonhalle zu überdachen, scheiterte.

23 statt 40 Millionen Franken

Der Schwimmverein beider Basel (SVB) legte vor 10 Jahren sein Projekt eines Schwimmzentrums vor. 40 Millionen sollte der Bau mit Schwimmhalle, Sprungturm, Sauna und grosser Tribüne kosten. Das Projekt hatte keine Chance. Nun unternimmt der Verein einen neuen Anlauf, verrät Präsident Daniel Hostettler: «Wir haben auf eigene Kosten das damalige Projekt der Architekten Wirth und Wirth überarbeiten lassen. Nun liegt eine abgespeckte Variante vor, die lediglich eine 50-Meter-Schwimmhalle mit zehn Bahnen vorsieht.

Kosten würde diese Variante 23 Millionen Franken.» Möglich wurde die Reduzierung durch neue Vorschriften des nationalen Schwimmverbands, der seine Anforderungen an ein Schwimmzentrum massiv heruntergeschraubt hat. Projektleiter Roger Birrer meint, man habe sich nun auf den absoluten Kern beschränkt: eine Schwimmhalle für Schwimmer, Wasserballer und insbesondere auch für behinderte Wassersportler. «Wir haben das Becken mit dem Sprungturm weggenommen und komplett auf den Wellnessbereich verzichtet.»

Schwimmhalle neben Eis-Arena

Gleich geblieben ist der Wunschstandort: zwischen der St. Jakobshalle und der Eisarena. «Es wäre durchaus denkbar, dass im Rahmen der Sanierung der Joggelihalle, wenn die Bagger eh schon auffahren, auch gleich das Schwimmbecken gebaut wird», meint Hostettler. Politisch erhält er Sukkurs, denn den Anzug, den CVP-Grossrat André Weissen eingereicht hatte und der die Integration eines 50-Meter-Beckens in die Joggelihalle fordert, hat der Grosse Rat stehen lassen. Die politische Diskussion ist also zumindest in der Stadt noch nicht ad acta gelegt.

Allerdings befürchtet Hostettler Widerstand von oberster Ebene: «Sportdirektor Christoph Eymann versteckt sich hinter der Aussage, Baselland müsse auch mitmachen. Und Baselland sagt: ‹Wir haben kein Geld.›» Allerdings habe er die Hoffnung auf Kantonsmittel noch nicht aufgegeben. Alleine könnten die Schwimmer die Finanzierung des Projekts jedenfalls nicht einmal ansatzweise stemmen.

«Wir hoffen zudem auf Geld aus dem nationalen Sportanlagenkonzept, das für Bauten im Wassersport 6 Millionen Franken zur Verfügung stellt.» Schliesslich würde damit in Basel eine schweizweite Lücke geschlossen: ein modernes, nationales Leistungszentrum für Wassersportler.